Nahverkehrs-Panne

S-Bahntüren öffneten sich während der Fahrt

Bei Tempo 50 wurde es auf einmal windig. Die Türen eines Berliner S-Bahnzuges der Linie S8 öffneten sich am Mittwoch während der Fahrt, wie erst jetzt bekannt wurde. Gerade erst hatte es zwei S-Bahnpannen in Folge gegeben - ohne Fahrgäste an Bord. Dieses Mal war der Zug nicht leer.

Die nächste Panne bei der S-Bahn: Wie das Unternehmen erst am Donnerstag mitteilte, haben sich am Mittwoch bei einem S-Bahn-Zug während der Fahrt die Türen aufgegangen. Der mit Fahrgästen besetzte Zug der Linie S8 war auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Schönhauser Straße und Bornholmer Straße mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 Kilometern pro Stunde unterwegs. Fahrgäste kamen bei dem Vorfall nicht zu schaden.

Ursache für die technische Störung ist nach Bahn-Angaben ein elektrischer Kurzschluss gewesen, ausgelöst durch eindringendes Wasser. Die S-Bahn geht nach Untersuchung des Schadens von einem Einzelfall aus. Dennoch sollen alle Fahrzeuge der betroffenen Baureihe 480 auf weitere derartige Probleme untersucht werden. Das Eisenbahn-Bundesamt sei von dem „gefährlichen Ereignis“ informiert worden, sagte ein Bahnsprecher.

Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband reagierte schockiert auf die jüngste Panne. „Erst die Bremsen, dann die Kupplung, jetzt sind es die Türen. Ich bin sprachlos, was in so kurzer Zeit bei der S-Bahn alles passieren kann“, sagte Wieseke. Wenn Türen während der Fahrt plötzlich aufgingen, dann seien Leib und Leben in Gefahr. Im Berufsverkehr stünden viele Fahrgäste dicht gedrängt auch unmittelbar an den Türen. Sie könnten bei einer solchen Störung schnell aus dem Zug fallen.

Erst am Sonntag hatte sich bei einem Zug der Baureihe 480 während die Kupplung zwischen zwei Wagen unzulässigerweise gelöst. Der Zug war ohne Fahrgäste unterwegs, er sollte zur Reparatur in die Betriebswerkstatt Schöneweide überführt werden. Da allerdings die „herrenlosen“ Waggons die Gleise blockierten, musste der Zugverkehr auf der Strecke für rund 40 Minuten unterbrochen werden.

Die Woche zuvor war derselbe Zug, ebenfalls ohne Fahrgäste an Bord, vor Grünau entgleist. Zuvor hatten sich offenbar Teile am Fahrzeug gelöst. Die Unfallursache Bis heute ist nicht geklärt, warum am 22. November der Zug entgleiste. Klar ist nur, dass keine Weichenstörung oder Schäden an den Gleisen Ursachen für den Unfall waren. S-Bahner sprechen davon, dass die Aufhängung des Fahrmotors defekt war. Ein Schaden, der möglicherweise auf eine mangelhafte Wartung des Zuges zurückzuführen ist.

Wegen Sicherheitsmängeln und Versäumnissen bei der Wartung steht die Berliner S-Bahn seit Monaten in der Kritik. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit der Räder, Achsen und Bremsen der 500 Viertelzüge der Baureihe 481.