Arbeitsmarkt

Zahl der Berliner Arbeitslosen erneut gesunken

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Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin ist im November erneut gesunken - überraschenderweise: Bislang hatten Arbeitsmarktexperten mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet. Tatsächlich liegt Berlins Arbeitslosenquote Ende November um 0,2 Prozentpunkte unter der des Vormonats. Der Rückgang fiel stärker aus als im bundesweiten Durchschnitt. In Brandenburg dagegen stieg die Arbeitslosigkeit gegen den Bundestrend.

Die Zahl der Arbeitslosen in Berlin ist im November erneut gesunken. In der Hauptstadt waren im abgelaufenen Monat 226.033 Menschen arbeitslos, das waren 2694 weniger als im Vormonat, aber 10.971 mehr als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Die Berliner Arbeitslosenquote lag im November mit 13,4 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter der des Vormonats und um 0,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Auch deutschlandweit sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat. Sie ging im Monat November um 13.000 auf nun 3,2 Millionen zurück. Die Arbeitslosenquote fiel im Monatsvergleich um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent. Der Rückgang ist überraschend - bislang wurde mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet.

Die höchste Arbeitslosenquote in Berlin verzeichnet der Bezirk Neukölln mit 18,4 Prozent. Die geringste Arbeitslosenquote hat mit 10,5 Prozent der Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Im Arbeitmarkt-Atlas von Morgenpost Online können sie die Zahlen und Q uoten der einzelnen Bezirke miteinander vergleichen .

„Der aktuelle Novemberrückgang der Arbeitslosigkeit in Berlin spiegelt den typischen Verlauf der letzten Jahre wider“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Allerdings sei der Rückgang in diesem Jahr etwas geringer ausgefallen als in den Vorjahresmonaten. Besonders hervorzuheben sei der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Etwa 1400 junge Menschen unter 25 Jahren beendeten im November ihre Arbeitslosigkeit – die meisten von ihnen nahmen eine Ausbildung auf.

Mehr feste Jobs in Berlin und Brandenburg

Zudem nimmt auch die Zahl der Berliner zu, die eine Festanstellung haben, also in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind. Die jüngsten Zahlen dazu stammen aus dem September 2009: Vor zwei Monaten waren in Berlin 1.125.800 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das ist ein deutlicher Zuwachs von 1,9 Prozent zum Vorjahr - und eine deutlich bessere Wentwicklung als im Bundesdurchschnitt. Denn deutschlandweit wurde ein Beschjäftigungsrückgang von 0,5 Prozent verzeichnet.

In Brandenburg dagegen ist die Arbeitslosenzahl in Brandenburg ist im November gegen den Bundestrend leicht gestiegen. Ende vergangenen Monats waren im Land 146.547 Menschen erwerbslos gemeldet, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit. Dies waren 107 mehr als im Oktober, jedoch 10.225 weniger als im November vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote lag nun bei 11,0 Prozent und damit genauso hoch wie im Monat zuvor. Vor einem Jahr hatte die Quote noch 11,6 Prozent betragen. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen in Brandenburg lag im November bei 12703. Das waren 667 weniger als vor einem Jahr.

Das Wetter prägt den Arbeitsmarkt

Der leichte Zuwachs der Erwerbslosenzahl sei für die Jahreszeit typisch, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt- Koopmann. Das liegt vor allem an der Landwirtschaft: In dieser Branche gehe je nach Witterungsverhältnissen und Erntebedingungen die Suche nach Arbeitskräften und deren Einstellung regelmäßig zurück. Bei jungen Leuten bis 25 Jahre ging die Zahl der Erwerbslosen nun im Vergleich zu Oktober um 588 auf 15543 zurück. Das waren auch 864 weniger als im November vergangenen Jahres. Bei Älteren über 50 Jahre waren 48535 Frauen und Männer ohne Job. Dies waren 489 mehr als einen Monat zuvor, aber 1152 weniger als vor einem Jahr.

Die gute Nachricht: Bis in den Herbst entwickelte sich die Beschäftigung in Brandenburg insgesamt positiv. Im September waren 750.400 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 300 mehr als ein Jahr zuvor. Damit lag Brandenburg wie auch Berlin über dem bundesweiten Durchschnitt.

( ddp/dpa/dino )