Humboldt-Forum

Bauminister will Stadtschloss-Pläne durchsetzen

Peter Ramsauer verspricht, das Berliner Stadtschloss möglichst zügig wieder aufzubauen. Wegen des Streits um die Vergabe des Projektes an den Architekten Franco Stella ist das Projekt ins Stocken geraten. Anfang Dezember entscheidet ein Gericht darüber.

Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) pocht auf die Umsetzung der bisherigen Pläne für das Humboldt-Forum in Berlin. Das neue Gebäude auf dem Areal des früheren Stadtschlosses werde so errichtet, wie es der Bundestag beschlossen habe. In dem Beschluss seien auch die Baukosten mit 552 Millionen Euro festgelegt worden und die jährlichen Unterhaltskostenzuschüsse von 15 bis 20 Millionen Euro. "Wer mehr will, muss sagen, woher das Geld kommt“, sagte Ramsauer der Zeitung "B.Z. am Sonntag".

Der italienische Architekt Franco Stella, an dem der Bund trotz juristischen Streits um die Vergabe festhält, hat seinen Entwurf für das Humboldt-Forum umfassend weiterentwickelt. Noch nicht entschieden ist die Form der Kuppel. Eine historische Ausführung würde etwa 15 Millionen Euro mehr kosten als eine moderne. Insgesamt wird sich die Fertigstellung des Baus voraussichtlich um zwei Jahre auf 2016 verzögern. Der Bauminister führte an, sobald das Urteil der Richter feststehe, "werden wir handeln".

Am 2. Dezember entscheidet das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf darüber, ob die Vergabe des Auftrages an den Architekten Franco Stella rechtens war.

Die Vergabekammer des Bundeskartellamtes hatte den Vertrag über den Bau des Humboldt-Forums für ungültig erklärt und eine Wiederholung des Vergabeverfahrens verlangt. Der Bund reichte gegen die Entscheidung des Kartellamts Beschwerde ein.

Berliner Architekten fordern historische Kuppel

Das Humboldt-Forum soll in der äußeren Form des ehemaligen Berliner Stadtschlosses errichtet werden. Das teilweise im Krieg zerstörte Stadtschloss war 1950 auf Geheiß der damaligen DDR-Machthaber gesprengt worden. An der Stelle wurde der Palast der Republik errichtet, für dessen Abriss der Bundestag 2003 votierte.

Berliner Architekten forderten nun von Bundesregierung und Bundestag eine finanzielle Zusage für eine Kuppel beim Neubau des Berliner Stadtschlosses. Die Kuppel über dem Eosanderportal sei seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein markantes Erkennungsmerkmal gewesen, stellte der Architekten- und Ingenieur- Verein zu Berlin (AIV) am Sonntag fest.

Mit der Entscheidung zu einer äußeren historischen Rekonstruktion dürften „wesentliche Elemente dieses Gebäudes nicht verloren gehen“. „Die Kuppel nicht zu bauen, wäre ein weiterer Verlust für das Erscheinungsbild des Humboldtforums“, sagte der AIV-Vorsitzende Manfred Semmer. Die Planung einer Kuppel sei verbindliche Aufgabe des Architektenwettbewerbs gewesen. Ihre Verwirklichung dürfe nun nicht vom einem ungewissen Spendenaufkommen abhängig gemacht werden.