Feuer gelegt

Neue Brandstiftungen halten Polizei in Atem

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Steffen Pletl und Maren Wittge

Foto: Steffen Pletl

In Berlin ist es am Wochenende zu neuen Brandstiftungen in Wohnhäusern gekommen, durch die aber zum Glück niemand verletzt wurde. Für die Polizei gibt es Anhaltspunkte, dass hinter den insgesamt 15 Feuern derselbe Täter stecken könnte.

Die Serie der Brandstiftungen in Neuköllner Hausfluren geht weiter. Erneut zündelten Unbekannte in einem Treppenhaus an der Hermannstraße. Allerdings wurde diesmal kein Kinderwagen, sondern ein Papiermülleimer angezündet. Die Brandstiftung ging glimpflich aus, niemand wurde verletzt. Anders als bei dem Feuer, mit dem die Brandserie am 12. März 2011 an der Sonnenallee begonnen hatte. Damals starben zwei Erwachsenen und ein Säugling an Rauchgasvergiftung.

Die „Ermittlungsgruppe Sonnenallee“ hat die Ermittlungen an der Hermannstraße übernommen. Somit erhöht sich die Zahl der Brandstiftungen, an denen die 37 Spezialisten aus Brandkommissariaten und Ermittlern der Mordkommission arbeiten, auf inzwischen 15 Fälle. Für die Polizei gibt es bei diesen 15 Brandstiftungen gewisse Anhaltspunkte, dass sie möglicherweise vom selben Täter begangen worden sein könnten. Obwohl die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von bis zu 25.000 Euro ausgelobt hat, führten die rund 80 Hinweise aus der Bevölkerung bislang nicht zur Festnahme eines Tatverdächtigen.

Am Sonnabendabend wurde die Feuerwehr gegen 21 Uhr an die Hermannstraße gerufen. Ein Mieter des Hauses hatte einen angezündeten Papierkorb im Treppenhaus entdeckt und den Notruf gewählt. „Ich habe eine Frau aus einem Fenster um Hilfe rufen gehört“, sagt Erhan Yerlikaya, Mitarbeiter eines nahegelegenen anatolischen Imbiss. Mit seinem 32 Jahre alten Kollegen Hidayet Kazar sei er sofort auf die Straße gelaufen. „Da stiegen schon dicke Rauchschwaden aus dem Treppenhaus“, sagt der 19-Jährige. Dann holten die beiden Kollegen einen Wassereimer aus dem Imbiss, löschten den brennenden Papierkorb und zogen ihn ins Freie. Als die Feuerwehr eintraf, mussten die Einsatzkräfte nicht mehr eingreifen. Sicherheitshalber hatten die Mieter das Haus an der Hermannstraße zuvor aber verlassen. Hidayet Kazar und Erhan Yerlikaya luden die Anwohner, darunter auch einige Kinder, auf den Schreck in den Imbiss ein – zu einem Snack sowie Tee und Wasser.

Auch in zwei anderen Bezirken zündeten Unbekannte Papierkörbe in Treppenhäusern an. So brannte es am Sonnabend vier Mal in Prenzlauer Berg und Mitte. Verdächtige konnten bislang nicht ermittelt werden. Gegen 14.10 Uhr bemerkte eine Passantin einen brennenden Papiermülleimer in einem Mehrfamilienhaus an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Einem dazu kommenden Hausbewohner gelang es, den brennenden Mülleimer zu löschen. Durch die Flammen kam es zu Verrußungen und Schäden im Treppenhaus. Nur etwa zehn Minuten später bemerkte eine Frau wieder einen brennenden Mülleimer. Diesmal in einem Haus an der Wörther Straße im gleichen Bezirk, nur etwa zehn Gehminuten entfernt. Auch bei diesem Brand löschte ein Anwohner das Feuer, ohne dass jemand verletzt wurde. Die Feuerwehr war bei den beiden Bränden nicht im Einsatz.

Gegen 15.45 Uhr wurde die Feuerwehr dann an die Schwedter Straße nach Mitte gerufen. Dort brannte ein Abfalleimer im Treppenhaus eines fünfgeschossigen Wohnhauses. Fast zeitgleich wurde eine andere Staffel an die gleiche Straße, nur ein paar Hauseingänge weiter alarmiert. Dort war ein Karton mit Papier in Brand gesteckt worden. In beiden Fällen gelang es den Feuerwehrmännern die Flammen zu löschen, ohne dass größerer Schaden entstand.