Schweinegrippe

Schweinegrippe breitet sich in Berlin stark aus

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Tanja Kotlorz

In Berlin ist die Zahl der Schweingrippe-Fälle innerhalb von nur zwei Tagen um fast ein Drittel gestiegen. Und die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit rechnet nun vermehrt mit schwereren Krankheitsverläufen. Gegen das Virus impfen mittlerweile 700 Berliner Praxen.

Einen extremen Anstieg von Erkrankungen mit der Schweinegrippe verzeichnet die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Zahl der Fälle kletterte innerhalb von nur zwei Tagen um rund 1600 auf insgesamt 5231. Somit haben sich seit Juni Tausende Berliner mit der neuen Grippe infiziert. Die Berliner Gesundheitsbehörde rechnet damit, dass es nun auch vermehrt zu schwereren Krankheitsverläufen kommen wird und Patienten mit H1N1 in Kliniken versorgt werden müssen.

Obwohl sich der Erreger immer weiter ausbreitet, betont der Senat die Notwendigkeit seines Massenimpfprogramms gegen die neue Influenza. „Die Impfung ist der beste Schutz gegen eine Infektion mit H1N1“, sagt Regina Kneiding, Sprecherin von Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Erst am Donnerstag seien wieder 77500 Impfdosen Pandemrix von Dresden nach Berlin transportiert worden. In rund 700 Berliner Arztpraxen können sich die Berliner gegen den Erreger immunisieren lassen. Die Adressen der Ärzte stehen auf der Internetseite www.berlin.de/impfen . Seit dem 9. November findet die Massenimpfung in Berlin statt. Die Gesundheitsämter und Kliniken wie die Charité und Vivantes hatten Ende Oktober mit den Impfungen begonnen.

Dass das H1N1-Virus in ganz Deutschland grassiert, zeigt eindrucksvoll eine Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI). Dort ist unter www.influenza.rki.de eine Deutschlandkarte abgebildet, die größtenteils rot eingefärbt ist. Die Signalfarbe dokumentiert die Ausbreitung von Atemwegserkrankungen. Sämtliche positive Proben seien der neuen Influenza A/H1N1 zugeordnet worden. In ganz Deutschland gab es (Stand 24. November) 132.965 Fälle von Schweinegrippe. Die Ständige Impfkommission rät nach wie vor zur Impfung, vor allem chronisch kranke Personen sollten sich immunisieren lassen. Zur rechtzeitigen antiviralen Therapie (innerhalb von 24Stunden) rät die Impfkommission nur bestimmten Erkrankten: Diejenigen, die grippetypische Symptome haben und bei denen Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen, sollten Tamiflu oder ähnliches nehmen.

Nach RKI-Angaben sind in Deutschland 46 Menschen an der neuen Grippe gestorben. 91 Prozent waren jünger als 60 Jahre. In Berlin gab es zwei Todesfälle, bei denen ein zeitlicher Zusammenhang zur H1N1-Infektion bestand, so die Gesundheitsverwaltung.