Großflughafen

Air Berlin kritisiert höhere BBI-Gebühren

Brandenburgs Verkehrsministerium hat die Gebühren für den Hauptstadtflughafen BBI festgelegt. Und mit denen sind Deutschlands große Fluggesellschaften überhaupt nicht einverstanden. Nach der Lufthansa beschwert sich nun auch Air Berlin über die Preise.

Nach der Lufthansa hat auch Air Berlin die höheren Gebühren am künftigen Hauptstadtflughafen in Schönefeld kritisiert. „Preissteigerungen lassen den Standort Berlin Brandenburg an Attraktivität verlieren“, teilte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Wochenende mit. Der Großflughafen profitiere vom wachsenden Luftverkehr, „und es sollten dort alle Effizienzpotenziale genutzt werden, anstatt stetig die Preise zu erhöhen“. Am neuen Airport sollen im Schnitt pro abfliegendem Passagier fünf Euro mehr fällig werden als derzeit an den Flughäfen Tegel und Schönefeld. Die Lufthansa sprach bereits von einem „Schritt in die falsche Richtung“.

Air Berlin kritisierte, mit der Anhebung der Grundentgelte sei man „nicht einverstanden“ und könne diese „auch nicht nachvollziehen“. Die Airline plant am Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI), der am 3. Juni 2012 mit einer Kapazität von 27 Millionen Reisenden öffnen soll, den Aufbau eines Drehkreuzes mit zahlreichen Umsteigeverbindungen.

Gesellschaft verteidigt Preise

Die Flughafengesellschaft hatte die neue Entgeltordnung, die das brandenburgische Verkehrsministerium genehmigt hat, bereits vor Tagen verteidigt. „Die Entgeltordnung ist ein Kompromiss zwischen den Interessen des Flughafens und denen der Airlines“, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz. Airlines und Flughafen bekämen mit der jetzt vorliegenden Genehmigung der Entgeltordnung wirtschaftliche Planungssicherheit. Maßgabe sei von vornherein gewesen, dass der 2,5 Milliarden Euro teure Flughafen kein Subventionsempfänger werden dürfe. Das künftige Preisniveau liege unter dem der großen deutschen Umsteigeflughäfen.

Die Lufthansa reagierte allerdings schon „negativ überrascht“ auf die neuen Gebühren. Die Regelung verteuere den im internationalen Wettbewerb stehenden Luftfahrtstandort erheblich, der wie kaum ein zweiter auf Wachstum angewiesen sei und dabei großen Nachholbedarf habe. „Sie erschwert die Wachstumspläne der Fluggesellschaften in Berlin und stellt damit den erhofften Zuwachs an Arbeitsplätzen und die Rolle des neuen Airports als Jobmaschine infrage“, so ein Sprecher. Ob die Lufthansa gegen die neue Entgeltordnung Widerspruch einlegen wird, ließ Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber noch offen.

Konkret steigt das durchschnittliche Entgelt pro Passagier über die Marke von 20 Euro. Inwiefern dies letztlich das Fliegen für die Passagiere verteuert, ist allerdings offen. Mit günstigeren Sätzen beispielsweise belohnt werden sollen Jets, die nur kurz am Airport stehen und eine hohe Auslastung haben, sowie Langstrecken- und Umsteigeverbindungen. Sollte es in den kommenden Monaten zu einem besonders starken Passagierwachstum kommen, wird der Flughafen kurz vor der Eröffnung des BBI noch einmal mit dem Ministerium und den Airlines über die Höhe der Gebühren sprechen. Das Brandenburger Infrastrukturministerium verpflichtete den Flughafen mit der neuen Entgeltordnung auch, die Gebührenhöhe, gemessen am tatsächlichen Passagieraufkommen, ein Jahr nach dem BBI-Betriebsstart noch einmal zu überprüfen. Spätestens zwei Jahre nach der BBI-Eröffnung am 3. Juni 2012 muss der Flughafen einen Bericht vorlegen, ob eine erweiterte Lärmklassifizierung der Maschinen sinnvoll ist, da in den Entgelten auch Schadstoffausstoß sowie Lärm bei Start und Landung berücksichtigt werden.