Hochschul-Streiks

HU-Studenten stürmen Pressekonferenz

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Der Uni-Streik geht weiter und droht sogar noch zu eskalieren. Am Mittwoch stürmten etwa 40 Studenten der Humboldt-Universität (HU) eine Pressekonferenz der Hochschulrektorenkonferenz in Berlin. Am Morgen hatte HU-Präsident Christoph Markschies teilweise Verständnis für die Proteste geäußert.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, hat vor einer Verschärfung der Studentenproteste an den Hochschulen gewarnt. „Dort, wo der Boden der Rationalität verlassen wird, ist ein sachlicher Dialog nicht mehr möglich“, sagte Wintermantel am Mittwoch vor Journalisten. Während der Pressekonferenz stürmten gut 40 Studierende der Humboldt-Universität den Raum. Etwa weitere 50 Studenten erreichten nicht mehr die abgesperrte Etage.

Ein Student, der während der Konferenz auf den Tisch sprang, wurde von Kommilitonen zurückgehalten. „Man wird uns nicht ernst nehmen, wenn wir uns so benehmen“, sagte eine Studentenvertreterin. Die HRK hatte am Vortag in Leipzig einstimmig eine Resolution beschlossen, die vor allem den Bundesländern die Schuld an den Problemen bei der Einführung der neuen Bachelor-Studiengänge gibt. Die Studenten kündigten die Fortsetzung ihrer Proteste an.

Der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, sagte am Mittwoch im Deutschlandfunk zu den Folgen der zurückliegenden Studienreformen: „Von 250 Studiengängen sind zehn Prozent wirklich schlecht.“

Markschies äußerte teilweise Verständnis für die Aktionen der Studenten. „Wir haben Studiengänge, die noch nicht zufriedenstellend organisiert sind. Die Anteile der freien Arbeit sind zugunsten vieler Prüfungen verschwunden.“

Markschies forderte von der Politik mehr Geld für die Hochschulen. Man habe das Geld für eine bessere Betreuung der Studenten nicht bekommen. „Das finde ich fürchterlich, daran muss energisch gearbeitet werden.“

Die Hochschulrektoren-Konferenz hatte den Bundesländern am Dienstag schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Bachelor-Studiengänge gemacht. Diese seien unterfinanziert und überreguliert. Am Rande der Konferenz demonstrierten rund 4000 Studenten mit Trillerpfeifen, Trommeln und Transparenten gegen Studiengebühren und Verschulung des Studiums.

( dpa/hed )