Magazin eingestampft

Easyjet entschuldigt sich für Mahnmal-Fotos

Mit Modefotos in ihrem Bordmagazin hat die Fluggesellschaft Easyjet einen Eklat ausgelöst. Grund ist der Ort des Fotoshootings: das Holocaust-Mahnmal in Berlin. Easyjet und der Herausgeber des Magazin haben sich entschuldigt. Doch die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas verlangt Aufklärung. Es habe keine Genehmigung für das Shooting gegeben.

Die Fluggesellschaft Easyjet hat sich für Modefotos in ihrem Bordmagazin, die am Berliner Holocaust-Mahnmal entstanden sind, entschuldigt. „Die Ausgabe wurden sofort eingestampft“, sagte ein Sprecher. In dem Easyjet-Magazin waren Modeaufnahmen an verschiedenen Standorten in Berlin präsentiert worden, darunter auch in dem Stelenfeld. Der Vorfall hatte auch in Israel Beachtung gefunden , die Fluggesellschaft fliegt auch von London nach Tel Aviv.

Der Direktor der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, Uwe Neumärker, teilte am Montag mit, die Stiftung habe für das Foto-Shooting keine Genehmigung erteilt und sei erst jetzt auf die Bilder aufmerksam gemacht worden. Die Stiftung erteile nur solchen Projekten eine Dreh- oder Fotogenehmigung, „die einen inhaltlichen Bezug zum Denkmal haben“. Die Stiftung lehne kommerzielle Aufnahmen grundsätzlich ab. Sie will die Fluggesellschaft um Aufklärung der Hintergründe der Aufnahmen bitten.

Neumärker hob hervor, dass sich die Fluggesellschaft bereits entschuldigt, die Novemberausgabe des Magazins zurückgezogen habe und die Zusammenarbeit mit dem Herausgeber des Bordmagazins prüfen wolle.

Auch der englische Verlag Ink Publishing als Herausgeber des Magazins entschuldigte sich für die Fotos. Mit den Aufnahmen habe man das Mahnmal nicht herabsetzen, sondern vielmehr die Passagiere zu dessen Besuch anregen wollen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme .

Jeden Monat gebe es ein Fotoshooting mit dem Ziel, einen Ort, den Easyjet anfliegt, darzustellen und etwas über ihn zu erzählen. Im Falle Berlins sollten Designertalente aus der Stadt und die Stadt selbst gezeigt werden, aber man habe auch Aufmerksamkeit erregen wollen, heißt es weiter - im pädagogischen Sinne, denn es sei für Besucher Berlins von größer Bedeutung, das jüdische Museum und das Holocaust-Mahnmal zu sehen. Das jüdische Museum hätte für Fotoaufnahmen auch seine Genehmigung erteilt.

Das von Peter Eisenman entworfene Holocaust-Mahnmal besteht aus einem Feld mit über 2700 Betonstelen und einem unterirdischen Ort der Information. Seit der Eröffnung im Mai 2005 haben bisher über acht Millionen Menschen das Stelenfeld besucht.