Verkehrsunfälle

Fahrradsaison fordert die erste Tote

Die beginnende Fahrradsaison führt zu einem Anstieg der Verunglückten in Berlin. Gleich mehrmals kam es in den vergangenen Tagen zu schweren Unfällen. Die Polizei will die Kontrollen bei Radfahrern verstärken.

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Etwa alle zwei Stunden ist im vergangenen Jahr auf Berlins Straßen ein Radfahrer verunglückt. Für einen besseren Schutz der Radler will die Polizei ab dem 5. April für eine Woche verstärkt im gesamten Stadtgebiet den Verkehr kontrollieren, wie sie am Freitag mitteilte. Die Beamten wollen mit der Aktion für mehr Rücksichtnahme und Verständnis zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern werben.

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Wie schon in den vergangenen Jahren ist es gleich zu Beginn der Fahrradsaison zu einem spürbaren Anstieg der Unfallzahlen gekommen. Die traurige Bilanz seit dem 1. April: Eine Radfahrerin verunglückte tödlich, eine Frau schwebt in Lebensgefahr, fünf Radler wurden schwer verletzt.

Am Montagabend war in Treptow eine 21-Jährige von einem Lkw überrollt worden. Die junge Frau war mit ihrem Rad auf der Kiefholzstraße unterwegs. An der Einmündung Dammweg bog ein 50 Jahre alter Lkw-Fahrer bei grüner Ampel mit seinem Fahrzeug rechts von der Kiefholzstraße in den Dammweg ab und erfasste die vorfahrtberechtigte Radlerin. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren schweren Verletzungen. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden: (030) 4664–681800.

Etwa zur gleichen Zeit war ein 82 Jahre alter Radfahrer auf der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide unterwegs. Ein Fußgänger, der plötzlich auf den Radweg trat, zwang den Senior zu einer Vollbremsung. Er stürzte über den Lenker und musste mit Knochenbrüchen in ein Krankenhaus gebracht werden. Bereits am Montagmittag war in Friedrichsfelde eine 74-Jährige mit ihrem Rad in die Kreuzung Am Tierpark/Franz-Mett-Straße eingefahren. Dabei übersah sie einen Pkw und wurde von dem Wagen erfasst. Die Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Am Wochenende gab es mehrere Unfälle, nach denen Radfahrer mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser gebracht werden mussten. Dabei wurde unter anderem ein Kind in Karow schwer verletzt. Zudem stieß eine 53-Jährige in Gesundbrunnen mit einem Funkstreifenwagen der Polizei zusammen. Die Frau hatte das eingeschaltete Blaulicht und Martinshorn nicht bemerkt. Und in Köpenick erlitt ein Radfahrer bei einem Unfall schwere Kopfverletzungen. Er stand zum Unfallzeitpunkt unter Drogeneinfluss.

Der ADAC mahnte angesichts von bereits 13 Berliner Verkehrstoten in diesem Jahr die Autofahrer, mehr auf Radfahrer zu achten. Der Club forderte beide Gruppen zu korrektem Verkehrsverhalten auf. Der ADFC will am heutigen Mittwoch um 11 Uhr eine Mahnwache am Ort des jüngsten tödlichen Radfahrerunfalls abhalten. Die ADFC-Vorsitzende Sarah Stark fordert die Polizei auf, bei Autofahrern stärker gegen fehlerhaftes Rechtsabbiegen vorzugehen. Die Polizei kündigte ihrerseits verstärkte Kontrollen von Fahrradfahrern im Straßenverkehr an.