Potsdamer Platz

Poker-Turnier diesmal mit Sonnenbrillen-Verbot

Vor einem Jahr erbeuteten Diebe beim Poker-Turnier am Potsdamer Platz mehr als 200.000 Euro. Damit das beim diesjährigen Wettbewerb nicht noch mal passiert, setzen die Veranstalter auf verstärkte Sicherheit - mit ungewöhnlichen Maßnahmen.

Der blitzschnelle Überfall auf das Poker-Turnier im „Hyatt“-Hotel hatte vor einem Jahr weltweit Schlagzeilen gemacht. Am neuen Schauplatz des EPT-Turniers (European Poker Tour), das am Dienstag um 12 Uhr in der Spielbank Berlin beginnt, soll Kriminellen durch strenge Sicherheitsvorkehrungen keine Chance gegeben werden. In der Spielbank am Potsdamer Platz lägen höchste Sicherheitsstandards vor, sagte EPT-Sprecher Mike Kleiß am Montag.

„Wir haben aus der gesamten Situation gelernt und einiges optimiert“, sagte Kleiß. Ein Dutzend Wachleute und Polizisten sollen bis zum Finaltag am kommenden Sonntag die Veranstaltung überwachen. Zu einer Bewaffnung der Sicherheitsleute wollte der Sprecher keine Angaben machen. Zutritt zu dem Turnier haben nur Mitarbeiter und die etwa 800 Teilnehmer sowie Journalisten. Allein drei Security-Mitarbeiter sollen den Eingang absichern. Dort müssen die Teilnehmer eine Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren passieren, wie in einem Flughafen beim Check-in. Zudem sind vor und im Gebäude zahlreiche Überwachungskameras installiert.

Das Sicherheitskonzept sei eng mit der Polizei und anderen Behörden abgestimmt, sagten die Veranstalter. Außerhalb des Pokerraums ist es den Spielern nicht gestattet, Mützen oder Sonnenbrillen zu tragen. Darüber hinaus sind die Teilnehmer angehalten, ihre Startgelder in Höhe von 5000 Euro per Kreditkarte zu begleichen, um die Bargeldbestände zu minimieren. Bareinzahlungen sollen über automatische Kassentresore erfolgen. Damit sei das Geld „sofort in einem gesicherten Tresor“, so der Sprecher. Den Angaben zufolge beläuft sich der Preispool in diesem Jahr auf rund vier Millionen Euro. Zu dem sechstägigen Pokerturnier haben bereits unter anderem der Ex-Tennis-Profi Boris Becker, der ehemalige Fußballprofi Sergej Barbarez und Berlins Top-Spielerin Sandra Naujoks zugesagt.

Vor einem Jahr hatten vier Maskierte das Erdgeschoss des Hotels „Grand Hyatt“ gestürmt, in dem das Turnier im vergangenen Jahr noch stattgefunden hatte. Sie füllten ihre Taschen mit dem in den Kassen gut sichtbaren Bargeld, bevor sie von den wenigen Wachmännern in ein Handgemenge verwickelt wurden. Einem Angestellten gelang es, den Tätern einen Teil der Beute zu entreißen. Trotzdem entkamen sie mit 242.000 Euro, von dem ein Großteil noch immer verschwunden ist. Die Polizei nahm die vier Männer kurz darauf fest. Die Kleinkriminellen, die von den zwei mutmaßlichen Drahtziehern kurzfristig angeheuert wurden, wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Prozess gegen die Hintermänner dauert noch immer an.