Bauarbeiten

Umbau der Kastanienallee dauert bis 2012

Die Sanierung der Kastanienallee in Prenzlauer Berg hat begonnen. Doch schon jetzt regt sich Protest bei Bürgern und Gewerbetreibenden im Kiez, da die Fahrbahn verschmälert und Parkplätze reduziert werden sollen.

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An der Kastanienallee in Prenzlauer Berg wird gebaut: Die Fahrbahn soll schmaler werden, außerdem gibt es künftig wesentlich weniger Parkplätze. Das Vorhaben wird voraussichtlich 22 Monate dauern. Die Kosten liegen bei etwa 1,5 Millionen Euro. Sie werden vor allem aus Denkmalschutz-Mitteln bezahlt. Die ersten Arbeiten finden im südöstlichen Bereich der Straße statt. Das Bezirksamt hat angekündigt, dass der Straßenverkehr während der gesamten Bauzeit in beiden Richtungen aufrecht erhalten bleibt.

Vor allem Radfahrer können sich auf das Ergebnis freuen. Sie nutzen bislang die Mitte der Straße, auf der auch die Straßenbahn rollt. Denn am Bordstein parken Autos. Künftig soll den Radlern ein 1,50 Meter breiter Streifen jeweils links und rechts am Rand der Fahrbahn zur Verfügung stehen. Sie ist bislang elf Meter breit und wird auf neun Meter eingeengt. Im Gegenzug wird die Fläche des Bürgersteigs größer. Er ist zwischen sieben und acht Metern breit und bekommt jeweils einen Meter hinzu. Allerdings kommt das nur an einigen Stellen den Passanten und den Gastwirten zugute, die mehr Platz für Tische und Stühle vor den Restaurants haben. Denn in dem erweiterten Bereich entstehen vor allem Parkbuchten.

Die Zahl der Stellplätze entlang der Kastanienallee vermindere sich dadurch um etwa 40 Prozent, sagt Stadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). Künftig finden nur noch 85 Fahrzeuge Platz. Ein Punkt, den vor allem Händler und Gastwirte kritisieren. Sie fürchten, dass Kunden und Gäste wegbleiben, wenn sie lange nach einem Stellplatz suchen müssen. Außerdem sei der Radfahrstreifen am Rand nicht sinnvoll, weil dort häufig Lieferfahrzeuge hielten, die den Radlern den Weg versperren. Die müssten dann erneut auf die Fahrbahn ausweichen. Das kritisiert auch die Bürgerinitiative Wasserturm. Sie befürchtet, dass die Situation für Radler noch gefährlicher wird, als sie es bereits ist. Lediglich die Straßenbahn werde nach dem Ausbau schneller vorankommen. Auch die Bürgerinitiative Carambolagen lehnt die Pläne des Bezirks ab. Sie verunstalteten die Kastanienallee, machten sie für Radfahrer unsicherer und beraubten sie ihres einzigartigen Flairs.

Doch Stadtrat Kirchner hält die Umbau-Variante für sinnvoll. „Nach jahrelanger Diskussion mussten wir uns auf einen Kompromiss einigen“, sagt er. Wichtig sei, dass die Radler nicht mehr in der Straßenmitte fahren müssten. Für Lieferfahrzeuge seien besondere Zonen und Zeiten im Parkbereich ausgewiesen.

Doch der eigentliche Umbau geht erst 2011 los. Jetzt sanieren die Berliner Wasserbetriebe ihre Leitungen und erneuern die Entwässerungsanlagen. Im kommenden Frühjahr will das Tiefbauamt die Gehwege in Angriff nehmen. Sie werden denkmalgerecht aus Granitsteinen rekonstruiert. Acht Bäume sollen gepflanzt werden. Neue Straßenlampen werden installiert. Ob es bei der geplanten Bauzeit bleibt, ist fraglich. „Das kommt darauf an, was wir im Untergrund finden“, heißt es aus dem Tiefbauamt.

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