Luxushotel

Interconti ist jetzt Dorint - Verhandlungen laufen

Nach dem Namenswechsel wirkt der Übergang des Hotel Interconti zum Dorint eher provisorisch. Die Verhandlungen dauern an und gestalten sich schwierig.

Foto: David Heerde

Der InterContinental-Schriftzug über dem Hotel an der Budapester Straße 2 ist abmontiert, weiß auf blauem Grund steht seit Freitag der Name Dorint über einer der wichtigsten Adressen für Staatsbesuche und gesellschaftliche Großevents in der Hauptstadt. Das eilig angebrachte, schmucklose Schild über dem Eingang mutet reichlich provisorisch an – und ist es auch, wie der Geschäftsführer der Dorint-Hotelkette, Olaf Mertens, versichert. „Wir verhandeln weiter intensiv mit international renommierten Hotelbetreibern, das Haus trägt nur temporär den Namen Dorint“, so Mertens. Bis man ein neues Management gefunden habe, werde man das Haus vorerst selber führen.

Mertens räumt ein, dass er eigentlich aus Köln nach Berlin gekommen war, um am Freitag, einen Tag nach der Aufsichtsratssitzung, ein neues Management für das Promi-Hotel am Zoo zu präsentieren. Doch wie Insider berichten, blieben die bis spät in die Nacht andauernden Vertragsverhandlungen ohne Ergebnis. Dem Vernehmen nach sollen sowohl die Namen Hilton als auch Mariott noch im Gespräch sein. Unter dem Namen Hilton war das Luxus-Hotel 1958 auch eröffnet worden. Beide Ketten sind bereits in der Hauptstadt vertreten, Mariott am Potsdamer Platz, Hilton am Gendarmenmarkt. Die Hilton-Gruppe wird zudem im Herbst an der Gedächtniskirche das „Waldorf Astoria“ eröffnen.

Zweiter Anlauf Mitte April

„Spätestens Mitte April wollen wir einen Manager präsentieren“, so Mertens. Die Trennung von Interconti sei aber unvermeidbar gewesen, weil Verträge nicht eingehalten worden seien. Details könne man aus juristischen Gründen jedoch nicht nennen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll es bei dem Streit um einen zweistelligen Millionenbetrag gehen, den Dorint von der Interconti-Gruppe fordert. Auch die ehemaligen Interconti-Häuser in Düsseldorf und Köln tragen aufgrund dieser Auseinandersetzungen ab sofort den Namen Dorint. Während Dorint das Haus in Köln unter dem eigenen Namen weiterführen will, wird in Düsseldorf, genauso wie in Berlin, ein neues Management gesucht, das Erfahrung in der Führung eines Hauses der Spitzenklasse hat.

Mertens betont, dass alle Verträge mit Geschäftspartnern, Zulieferern und Gästen weiterhin erfüllt werden, da bereits alle drei Hotels als Betriebe der Neue Dorint GmbH geführt wurden. Die Intercontinental Hotels Group (IHG) sei lediglich mit der Führung der drei Häuser betraut gewesen. Den Gästen verspricht der Geschäftsführer einen reibungslosen Übergang. Die Buchungssysteme seien bereits erfolgreich umgestellt worden. „Alle drei Hotels werden weiterhin auf hohem Niveau geführt und bleiben auch unter dem neuen Namen Dorint ein Garant für höchste Ansprüche in der Sterne-Hotellerie.“

Aufmerksam verfolgt werden die Vorgänge an der Budapester Straße auch von den Veranstaltern, deren Großevents bislang im Interconti stattfanden.

„Wir haben zwölf Mal im Interconti gefeiert“, so der Organisationschef des Bundespresseballs, Alfred Gertler. Das gesellschaftliche Ereignis Nummer eins in Deutschland mit rund 2500 Gästen aus Politik, Medien und Wirtschaft erwarte auch weiterhin „höchste Qualität und Leistung“, sagt Gertler. „Ob Dorint das kann, weiß ich nicht, ich rechne aber damit, dass schnell ein internationaler Name gefunden wird.“ Da der nächste Ball erst im November stattfinde, bliebe auf jeden Fall noch genügend Zeit, über Alternativen nachzudenken.

„Kunde will wissen, was er bucht“

Ähnlich äußert sich der Geschäftsführer des Verbandes der Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), Udo Marin: „Der VBKI blickt auf eine jahrelange ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Interconti zurück. Unter Willy Weiland hat das Hotel für den VBKI-Ball höchste Qualitätsstandards garantiert. Wir haben zwar keine längerfristigen Verträge mit dem Hotel, aber für den nächsten VBKI-Ball im Februar 2012 erwarten wir von einem neuen Betreiber selbstverständlich, dass dieses hohe Niveau auch erhalten bleibt.“

Willy Weiland, der einstige Interconti-Chef, will sich nur in seiner Funktion als Berliner Präsident des Hotel- Gaststättenverbandes Dehoga zu den Vorgängen äußern. „Geschäftlich ist es ganz schädlich, wenn nicht schnell ein Name gefunden wird“, sagt der Dehoga-Chef. „Der Kunde will wissen, was er bucht.“ Er hoffe deshalb sehr, dass die Suche nach einem neuen Management für das Hotel nicht zu lange dauere.