Stillgelegter Flughafen

Berliner wollen einen Park in Tempelhof

Der Berliner Senat wollte wissen, wie die Bürger künftig das Areal des stillgelegten Flughafens Tempelhof nutzen wollen. Eine Befragung ergab: Sie wünschen sich vor allem einen naturnahen Park mit weiten Wiesen, Bäumen und kleinen Seen. Dafür würden sie auch ein Ärgernis in Kauf nehmen.

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Berliner wünschen sich naturnahen Park

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Ruhe, Entspannung, Sauberkeit – das erwarten die Berliner von ihrer neuen Parklandschaft Tempelhof. Eine Umfrage des Senats ergab zudem: Die Bürger wollen einen naturnahen Park mit weiten Wiesen, Bäumen und kleinen Seen. Und für Sauberkeit und Ordnung nimmt eine Mehrheit auch den umstrittenen Zaun um das Gelände in Kauf.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat Angaben aus insgesamt etwa 4200 Fragebögen, Interviews und einer Telefonabstimmung auswerten lassen, ein großer Teil kam von Anwohnern des früheren Flughafens. „Die Umfrageergebnisse fließen jetzt in den Planungswettbewerb ein“, sagte die Baudirektorin. Wenn die Architektenentwürfe vorliegen, sollen im Frühsommer 2010 Bürger darüber diskutieren dürfen.

Auf einem Drittel des Flughafengeländes wird von 2012 an für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) gebaut, für die auch Teile des Gebäudes und das Vorfeld genutzt werden. Sie soll 2017 eröffnet werden.

Das Umfeld des früheren Flughafens ist dicht besiedelt; 175.000 Menschen erreichen das Flugfeld zu Fuß in höchstens 15 Minuten. Entsprechend sind hoch sind die Erwartungen: Für 85 Prozent der Befragten ist die geplante Parklandschaft für ihre Freizeit und Erholung wichtig oder sehr wichtig.

Anfang Mai 2010 öffnet der Senat das stillgelegte Flughafengelände in Tempelhof. Eineinhalb Jahre nach der Schließung des einst ältesten deutschen Verkehrsflughafens erhalten die Berliner eine Parklandschaft, die mit 230 Hektar größer ist als der Tiergarten. Bis 2017 sollen dafür 60 Millionen Euro verbaut werden. Der Zaun um das Gelände bleibt, abends wird abgeschlossen. Ein Wachschutz gebietet über die Parkordnung.

Am Rand des Areals plant das Land am Columbiadamm im Norden und am Tempelhofer Damm im Westen Wohnhäuser, im Süden soll an der Autobahn ein Gewerbegebiet entstehen. Das mehr als einen Kilometer lange, denkmalgeschützte Flughafengebäude wird bis auf weiteres für Veranstaltungen vermietet, darunter die Modemesse Bread & Butter.

Offen ist, was aus den Start- und Landebahnen auf dem Flughafengelände wird. „Es gibt ein großes Bedürfnis, dass die Historie sichtbar bleibt“, sagte Lüscher, fügte aber hinzu: „Die Landebahnen stehen nicht unter Denkmalschutz.“