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Isharegossip - Erneut Schlägerei wegen Mobbing

Bei einer Massenschlägerei im Volkspark Mariendorf wurde ein 15-Jähriger verletzt. Er wurde in den Park gelockt und dort von mehreren Jugendlichen angegriffen. Der Anlass für die Prügelei war die Trennung eines Pärchens an einer Schule.

Während sich Politiker und Experten nach den jüngsten alarmierenden Vorfällen in Berlin um Lösungen für das Problem des Internet-Mobbings bemühen, gehen Beschimpfungen, Bedrohungen und gewalttätige Attacken unverändert weiter. Zwei Wochen nach dem Gewaltexzess in Wedding, bei dem ein Schüler von einer 20-köpfigen Gruppe bewusstlos geprügelt wurde, gab es jetzt einen neuen Fall in Tempelhof an der Dag-Hammarskjöld-Oberschule. Dabei wurde, wie die Polizei erst am Freitag mitteilte, bereits am Donnerstag ein 15-Jähriger in den Volkspark Mariendorf gelockt und dort von einem Dutzend Jugendlichen angegriffen. Glücklicherweise gingen Passanten dazwischen, so dass das Opfer mit leichten Verletzungen davon kam.

Beleidigungen und Drohungen

Was in der Grünanlage eskalierte, hatte bereits lange zuvor mit übler Hetze im Internet begonnen. Ausgangspunkt war die Trennung eines schulbekannten Pärchens und eine neue Liaison der Schülerin mit einem anderen Teenager. Nach diesem Wechsel begannen der Ex- und der aktuelle Freund der Schülerin im Internet sofort eine heftige verbale Auseinandersetzung mit Beschimpfungen, Beleidigungen und Drohungen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei gab es zwischen den Rivalen, beide 15 Jahre alt, bereits vor einer Woche eine im Internet getroffene Abmachung, „die Sache unter Männern zu regeln“. Bei dieser Auseinandersetzung soll der Ex-Freund einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten haben. Doch damit hatte der Streit noch kein Ende gefunden. In der Folgezeit beleidigten sich die beiden Rivalen weiter und verabredeten sich schließlich für den Donnerstag auf ein „Duell“ nach Schulschluss im Volkspark Mariendorf. Während der ausgebootete Ex-Freund einen Bekannten, das spätere 15-jährige Opfer zu dem Treffen schickte, rückte sein Nachfolger gleich mit Verstärkung an. Die Gruppe schlug und trat sofort mit brutaler Gewalt auf den 15-Jährigen ein.

Das der „lediglich“ Hämatome und Kratzer erlitt, verdankte der 15-Jährige einer Gruppe von Mitschülern, die sich ebenfalls im Park aufhielt und beobachtete, wie das am Boden liegenden Opfer immer weiter traktiert wurde. Die Schüler griffen sofort ein und bewahrten das Opfer vor schlimmeren. Nach Angaben eines Polizeisprechers, waren an der Auseinandersetzung etwa 20 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren beteiligt. Das die Polizei überhaupt von dem Vorfall erfuhr, verdankt sie einem 13-Jährigen, der obwohl an der Auseinandersetzung völlig unbeteiligt, ebenfalls einen Faustschlag abbekam und daraufhin Anzeige erstattete. Die eigentlichen Rivalen waren dazu nicht bereit. Ein Kommissariat der Direktion 4 hat die Ermittlungen übernommen.

Wie schnell Internet-Hetze in brutale Gewalt ausarten kann, hat der Fall vor zwei Wochen in Wedding bereits deutlich gezeigt. Auch hier ging der Prügelorgie eine Hetzkampagne von Schülern der Carl-Bosch-Oberschule in Reinickendorf voraus, ausgetragen auf einem mittlerweile indizierten Internetportal. An der Schule war über einen längeren Zeitraum eine 18-Jährige von ihren Mitschülern auf das Übelste beschimpft und erniedrigt worden. Schließlich reichte es ihrem Freund. Er wollte durch ein klärendes Gespräch mit den Mitschülern seiner Freundin, dem beleidigendem Mobbing ein Ende setzen. Man verabredete sich. Doch das Gespräch eskalierte, es kam zum Streit und am Ende zu einer Prügelei, bei der der 17-Jährige am U-Bahnhof Osloer Straße zusammengeschlagen und in ein Krankenhaus eingeliefert wurde