Kurfürstendamm

Neue Attacke auf Fahrgast - 22-Jähriger verletzt

Im Berliner öffentlichen Nahverkehr ist es erneut zu einer brutalen Attacke gekommen. Ein 18 Jahre alter Auszubildender wurde in einem BVG-Bus von einem Schläger schwer im Gesicht verletzt.

Foto: Steffen Pletl

Ein 18 Jahre alter Mann ist schwer verletzt worden, als er in Reinickendorf einen Busfahrer vor einem aggressiven Fahrgast schützen wollte. Das Opfer musste nach der Tat im Krankenhaus behandelt und mit fünf Stichen am Auge genäht werden. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen 16 Uhr hatte ein 22 Jahre alter Mann in Lübars am Montag versucht, mit seinem sperrigen Fahrrad an der Kreuzung Wittenauer Straße/Öschelbrunner Weg in einen Bus der Linie 325 zu kommen. Als der Busfahrer auf die Beförderungsbedingungen der Berliner Verkehrsbetriebe verwies und den Wunsch ablehnte, gerieten der 22-Jährige und der Busfahrer sowie mehrere Fahrgäste miteinander in Streit. „Der Radfahrer war uneinsichtig, eine ältere Dame wollte den Streit schlichten und wurde dann ebenfalls von dem 22-Jährigen angegriffen“, berichtete der Kfz-Lehrling Morgenpost Online . „Als ich mich dann schließlich einmischte, wurde ich mit einem Kopfstoß angegriffen. Plötzlich ergriff der Mann mit beiden Händen die Haltestangen in seiner Kopfhöhe und hat mit Wucht in Richtung meines Körpers gestoßen.“ Beide gingen daraufhin zu Boden. „Dreimal habe ich ihm gesagt, er soll damit aufhören, doch stattdessen hat er auf mich eingeschlagen. Ein Fausthieb traf mich direkt unterhalb meines linken Auges“, sagte Norman S. weiter. Dabei habe er nur versucht, den Mann festzuhalten und seine Prügelattacken zu unterbinden. „Meine Sorge war, in eine Schlägerei verwickelt zu werden und deshalb meine Lehrstelle in der Autowerkstatt zu verlieren.“ Schließlich seien ihm andere Fahrgäste zu Hilfe geeilt und hätten den Schläger bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten.

Platzwunde genäht

Anschließend wurde Norman S. von einer Rettungswagenbesatzung der Feuerwehr in ein nahe gelegenes Krankenhaus transportiert, die Ärzte dort diagnostizierten eine tiefe Platzwunde und nähten die Verletzung. Nach einer weiteren ambulanten Behandlung konnte S. die Klinik verlassen. Die Polizei ermittelt gegen den gewalttätigen 22-Jährigen wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung. Wann es zu einer Verhandlung vor Gericht kommen wird, ist noch unklar. Die Ermittlungen dauern an, Hinweise zu diesem neuen Fall nimmt jede Polizeidienstelle entgegen.

„Ich bin eigentlich ein friedfertiger Mensch. Doch als ich sah, dass nicht nur der Fahrer, sondern auch die alte Dame von diesem aggressiven Menschen angegriffen wurden, musste ich einfach dazwischen gehen“, sagte Norman S. Auch wenn er selbst verletzt wurde, sei er doch froh, dass die älteren Fahrgäste im Bus unversehrt geblieben seien und die Polizei den Täter festnehmen konnte.

Unterdessen dauern die Ermittlungen zu dem Übergriff auf den 23 Jahre alten Stefan S. vom Sonnabendmorgen an. Die Berliner Polizei geht einigen Widersprüchen zwischen seinen Angaben und dem Ergebnis der Bildauswertung der Überwachungskameras nach. Der Mann hatte berichtet, er sei gegen 5.30 Uhr von einer siebenköpfigen Personengruppe auf dem U-Bahnhof Kurfürstendamm zunächst nach einer Zigarette gefragt und dann unvermittelt angegriffen worden. Seine Erfahrungen als Kickboxer hätten ihm geholfen, sich die Schläger, die auch mit einem Teleskopschlagstock und einem Messer auf ihn losgegangen sein sollen, vom Leib zu halten, erklärte der 23-jährige S.. „Eine Auseinandersetzung hat es in der Tat gegeben. Wie viele Personen genau daran beteiligt waren und wer genau welche Rolle spielte, ist noch nicht mit letzter Sicherheit geklärt“, sagte ein Ermittler.