Linksextremismus

Autonome Szene läuft warm für Mai-Krawalle

Linksautonome haben erneut die Polizei attackiert. Ein Auto wurde angezündet und "Krähenfüße" vor dem Polizeiabschnitt 12 ausgelegt. Ermittler vermuten ein "Warmschießen" vor dem 1. Mai.

Innerhalb von zwei Tagen haben offenbar linke Extremisten Anschläge verübt, um die Berliner Polizei zu treffen und zu brüskieren. Nachdem Brandstifter erst in der Nacht zu Sonnabend direkt vor dem Sitz des Berliner Polizeipräsidenten Dieter Glietsch am Platz der Luftbrücke in Tempelhof ein Auto angezündet haben, beschädigten Unbekannte jetzt sieben Polizeifahrzeuge in Reinickendorf.

In der Nacht zu Sonntag legten bislang unbekannte Täter sogenannte Krähenfüße vor die Einfahrt des Polizeiabschnitts 12 Am Nordgraben in Wittenau. Durch die Stahlkrallen wurden die Reifen von insgesamt sieben Polizeifahrzeugen durchbohrt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um sechs Funkwagen des Abschnitts sowie einen Einsatzwagen einer Hunderschaft.

Die Reifen verloren die Luft langsam, so dass der Schaden von den Beamten nicht gleich beim Verlassen des Hofes bemerkt wurde. Nachdem sie die platten Reifen bemerkt hatten, suchten Polizisten die Einfahrt ab, entdeckten weitere Krähenfüße und stellten sie sicher. Der Sachschaden an den Fahrzeugen kann derzeit noch nicht beziffert werden. Menschen kamen durch den Anschlag nicht zu Schaden.

Ermittler schließen nicht aus, dass sich die linke Szene gut vier Wochen vor dem 1. Mai schon mal „warm schießt“. „Es ist in der Vergangenheit vor diesem neuralgischen Datum immer wieder zu Farb- und Brandanschlägen auf Polizeifahrzeuge und auch Gebäude der Sicherheitsbehörde gekommen. Dass bereits jetzt vergleichbare Taten verübt werden, lässt nichts Gutes für den kommenden 1. Mai vermuten“, sagt ein Ermittler.

Sicherheitsexperten gehen ohnehin davon aus, dass der 1. Mai 2011 weniger glimpflich ausgehen könnte als in den Jahren zuvor. Gründe für die Mobilisierung der linken Szene und auch der weniger gewaltbereiten Sympathisanten seien einem szenekundiger Beamten zufolge das „Herum-Eiern“ der Bundesregierung in der Atompolitik. Auch das verstärkte Engagement der Bundeswehr in Afghanistan sowie die Ereignisse in Japan könnten gewaltbereiten Gruppen dazu dienen, Berlin erneut zum Schauplatz gewalttätiger Ausschreitungen zu machen.

„Die NPD und die rechte Szene wollen am 1. Mai in Bremen aufmarschieren, wodurch der linken Szene in Berlin der Gegner fehlt. Also suchen sie sich den altbewährten Gegner – die Polizei“, sagt der Beamte. Zudem sei dies der letzte 1. Mai unter der Polizeipräsidentschaft von Dieter Glietsch. „Wir können nicht ausschließen, dass ihm die linke Szene einen entsprechenden Abschied widmen möchte“, so der Polizist.