Fertigstellung

Spandauer-Damm-Brücke wird freigegeben

Nach dem Abriss der alten Spandauer-Damm-Brücke ist nun drei Jahren später die neue Brücke kurz vor der Fertigstellung. Die nächste Brücken-Baustelle ist aber schon in Sicht. Autofahrerfrust inklusive.

Berlins Autofahrer können aufatmen: Nach fast drei Jahren Bauzeit wird am Montag die Spandauer-Damm-Brücke in Charlottenburg wieder vollständig für den Verkehr freigegeben. Ab 7 Uhr sollen die Kraftfahrer die wichtige Verbindung zwischen Spandau und der City-West, vor allem aber auch die Zufahrten zur Stadtautobahn (Anschlussstelle Spandauer Damm) wieder uneingeschränkt nutzen können.

Der 36 Millionen Euro teure Neubau der Brücke sollte eigentlich schon vor Weihnachten freigegeben werden, doch heftige Wintereinbruch Anfang Dezember verhinderten dies. Die Stadtentwicklungsverwaltung verweist jedoch darauf, dass der ursprüngliche Zeitplan dennoch eingehalten werden konnte. Bereits zu Beginn der Arbeiten sei das Ziel ausgegeben worden, spätestens im April 2011 fertig zu sein. An der Überführung über die Stadtautobahn und über die Gleise von Fern- und S-Bahn wird seit Mai 2008 gebaut, mehrfach musste seither die in diesem Bereich besonders stark befahrene A100 komplett gesperrt werden.

Auch vor der nun für Montagmorgen angekündigten Brücken-Freigabe gibt es noch einmal eine Vollsperrung. Wegen notwendiger Restarbeiten ist der Spandauer Damm von Sonnabend, 7 Uhr, bis Montag, 7 Uhr, im Bereich zwischen Sophie-Charlotten-Straße und Königin-Elisabeth-Straße in beiden Richtungen für den Autoverkehr gesperrt. Einschränkungen kann es in dieser Zeit auch für Fußgänger und Radfahrer geben, der Bahnhof Westend bleibt weiterhin zugänglich, die S-Bahnen fahren uneingeschränkt.

Die alte, 1963 gebaute Spandauer-Damm-Brücke musste abgerissen werden, weil die von Tausalz und Feuchtigkeit beschädigte Konstruktion aus Spannbeton nicht mehr sicher war. Zunächst hatte die Senatsverkehrsverwaltung versucht, das marode Bauwerk sanieren zu lassen. Rund eine halbe Million Euro wurden 2003/04 in diesen Versuch investiert. Am Ende erwiesen sich die Schäden als so gravierend, dass Experten vom Bund und Land den Abriss und einen Ersatz beschlossen. Neu gebaut werden musste nicht nur die eigentlich aus zwei Brücken bestehende Überführung, sondern auch drei der vier Rampen, die den Spandauer Damm mit der Stadtautobahn verbinden. Das vierte Rampenbauwerk wurde instandgesetzt. Die Gesamtkosten von 36 Millionen Euro teilen sich der Bund und das Land ungefähr je zur Hälfte. Ein Großteil des Landesanteils konnte mit EU-Fördermitteln finanziert werden.

Freybrücke ab Jahresende Baustelle

Wenn es von Montag an wieder freie Fahrt von und nach Spandau gibt, dürfte die Freude der Autofahrer darüber nur ein paar Monate anhalten. Denn spätestens ab Ende dieses Jahres wird auch die denkmalgeschützte Freybrücke, die mit der Heerstraße über die Havel führt, für rund 30 Millionen Euro neu gebaut. Dann entsteht das nächste Nadelöhr zwischen Charlottenburg und dem Bezirk Spandau. Der Verkehr wird während der voraussichtlich dreijährigen Bauzeit über eine Behelfsbrücke geführt. Seit Jahren schon darf das Bauwerk wegen seines schlechten Zustandes nur mit Tempo 30 befahren werden.

Experten fanden heraus, dass ein Neubau günstiger wäre als eine Sanierung. Doch in der vergangenen Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Spandau wurde das ganze Neubauprojekt in Zweifel gezogen. In einem Antrag der Grünen-Fraktion wird das Bezirksamt beauftragt, dass schnellstmöglich ein Gutachten zur Freybrücke erstellt wird. Die SPD stimmte gegen den Antrag, CDU und FDP votierten dafür, die Linke enthielt sich der Stimme. Begründet wurde der Antrag damit, dass eine derart umfassende Maßnahme nicht nur auf Basis von Begehungsprotokollen und Tragwerkuntersuchungen erfolgen könne. Ein Abriss der denkmalgeschützten Freybrücke erfordere eine zwingende Begründung, hieß es.

Die Freybrücke ist eine von insgesamt fünf Brücken über die Havel, die im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 erneuert werden sollen. Damit in Zukunft auch große Containerschiffe die Brücke passieren können, braucht sie eine Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern. Dazu soll die Brücke um 48 Zentimeter angehoben werden. Verantwortlich für die Bauarbeiten ist das Wasserstraßen-Neubauamt des Bundes.