Privatbahnen

So trifft der Lokführerstreik Berlin-Brandenburg

Die GDL macht ernst. Nach gescheiterten Verhandlungen werden nun die Bahn-Konkurrenten bestreikt - auch die Strecken der Odeg. Acht Linien in Berlin und Brandenburg sind betroffen.

Foto: Ingo Röhrbein

Mit einem Streik beginnt die Lokführergewerkschaft GDL am heutigen Montag die neue Arbeitswoche. Bestreikt werden die Regionalzug-Konkurrenten der Deutschen Bahn. Reisende und Berufspendler müssen in Teilen Berlins und Brandenburgs mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. In den Ausstand, der um 2.30 Uhr begann und 24 Stunden dauern soll, werde auch die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) einbezogen, sagt der GDL-Vorsitzende Frank Nachtigall. Die Regionalzüge und Fernzüge der Deutschen Bahn und die S-Bahn sind nicht vom Streik betroffen.

Daher dürften die Auswirkungen nicht so massiv sein, wie bei den bisherigen vier Streiks. Die Odeg betreibt acht Linien in Berlin und Brandenburg. Betroffen vom Streik sind folgenden Strecken: OE36 von Berlin-Lichtenberg über Schöneweide, Königs Wusterhausen nach Frankfurt (Oder); OE60 von Lichtenberg über Hohenschönhausen, Bernau nach Frankfurt (Oder); OE63 und OE63V von Lichtenberg über Bernau nach Joachimsthal oder weiter nach Prenzlau. Von den Streiks betroffen ist auch die Linie OE25 Lichtenberg über Ahrensfelde nach Werneuchen. Beeinträchtig wird auch der Bahnverkehr auf der OE35 zwischen Fürstenwalde und Bad Saarow sein, sowie auf der OE46 zwischen Cottbus und Forst und auf der Linie OE65 zwischen Cottbus und Spremberg.

Deutsche Bahn verhandelt

Zu den sechs Bahn-Unternehmen gehören Privatbahnen wie Metronom, Nord-Ostsee-Bahn, Ostdeutsche Eisenbahn, Westfalenbahn und Regentalbahn. Die Bahn-Konkurrenten beschäftigen rund 4500 Lokführer. Diese hätten trotz der bisherigen Streiks keine neue Gesprächsbereitschaft gezeigt, so der GDL-Chef Claus Weselsky. „Die Sturheit der Arbeitgeber führt dazu, dass der Tarifkonflikt erneut auf dem Rücken der Reisenden ausgetragen werden muss.“ Die GDL fordert seit Langem eine einheitliche Bezahlung für alle Lokführer der Branche. Aber die Verhandlungen gestalten sich seit Anfang März schwierig. Zu diesem Zeitpunkt hatten die sechs Bahn-Wettbewerber ihre Verhandlungsgemeinschaft aufgelöst. Theoretisch müssen nun alle Unternehmen einzeln mit der GDL verhandeln, obwohl die aber einen inhaltsgleichen Branchentarifvertrag mit allen Schienenverkehrsunternehmen abschließen will.

Mit der Deutschen Bahn wurde zuletzt am Wochenende verhandelt, für den 7. April ist ein weiterer Gesprächstermin vereinbart. Neben fünf Prozent mehr Geld für die rund 2000 Lokführer wird über Beschäftigungssicherung und Altersvorsorge verhandelt. Die Einzelheiten eines bundesweiten Rahmentarifvertrages für Lokführer sollen später auch für die Bahn-Konkurrenten gelten. „Wir sind noch ein gutes Stück von einer Einigung entfernt“, sagt Weselsky. Deutsche Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sagt, die Gespräche würden sich in einem guten Modus bewegen. Über die komplexen Themen werde in guter Atmosphäre zur Sache geredet. „Wir gucken, dass wir eine Lösung am Verhandlungstisch hinkriegen.“