Cyber-Mobbing

Was Eltern im Netz beachten sollten

| Lesedauer: 4 Minuten
Florentine Anders
Das Video konnte nicht gefunden werden.

Cyber-Mobbing und die Folgen

Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt in einem Fall mit einem schwerverletzten Opfer und eine einschlägige Seite wurde auf den Index gesetzt.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Wie schütze ich mein Kind am besten vor Angriffen aus dem Internet? Morgenpost Online hilft bei den wichtigsten Fragen rund um Cyber-Mobbing.

Viele Eltern sind besorgt, dass ihre Kinder auf Websites und in sozialen Netzwerken gemobbt werden könnten. Das Internet müssen Kinder und Jugendliche trotzdem nicht meiden – wenn sie gemeinsam mit ihren Eltern einige Regeln beachten.

Was müssen Kinder im Netz beachten?

Persönliche Daten haben im Internet nichts zu suchen. Name, Alter, Adresse, Telefon- und Handynummer sind tabu. Auch die E-Mail-Adresse sollte nur eingesetzt werden, wenn sie nichts über das Kind verrät. Auf keinen Fall sollten Angaben zu Vorlieben und Hobbys gemacht werden. In sozialen Netzwerken sollte man darauf achten, dass Profildaten nicht von allen eingesehen werden können. Tipps dazu gibt es auf der Internetseite www.klicksafe.de. Eltern von jüngeren Kindern sollten einer sicheren Kinder-Community ihr Kind persönlich anmelden. Die Daten dienen in diesem Fall dem Schutz des Kindes und die Eltern können sicher sein, dass es hier nur mit Gleichaltrigen in Kontakt kommt. In Communitys für Erwachsene sollten sich Kinder nicht registrieren. Wenn Fotos eingestellt werden können, nur Darstellungen verwenden, auf denen das Kind nicht deutlich zu erkennen ist. Auch die Freunde sollen auf Fotos nicht erkennbar sein. Auf jeden Fall sollte man online strikt auf peinliche Fotos verzichten.

Wie können gefährliche Seiten gesperrt werden?

Im Internet können Eltern kostenlos Filtersoftware herunterladen. Damit können indizierte problematische Seiten wie etwa pornografische Seiten oder Seiten zur Verherrlichung von Magersucht nicht mehr angezeigt werden. Eltern können auch eigene problematische Internetadressen hinzufügen. Einen umfassenden Schutz gibt es dadurch jedoch nicht. Trotzdem raten Experten, eine solche Filtersoftware zu nutzen. Wichtig sind Absprachen innerhalb der Familie.

Wie erkenne ich, dass mein Kind im Netz gemobbt wird?

Wenn Kinder oder Jugendliche gemobbt werden, ist es ihnen oft unangenehm, mit Eltern oder Lehrern darüber zu sprechen. Symptome sind beispielsweise Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen in bestimmten wiederkehrenden Situationen. Schulpsychologen raten, unaufgeregt mit den Kindern zu reden. Zudem sollten Eltern wissen, in welchen Foren oder auf welchen Seiten sich die Kinder bewegen, sie selbst ausprobieren und mit den Kindern darüber im Gespräch bleiben.

Wie sollten Eltern auf Mobbing reagieren?

Beleidigende Bemerkungen sollten nicht zu ernst genommen werden. Die Schüler sollten nicht auf die Anfeindungen reagieren. Wenn massiv und dauerhaft gemobbt wird, sollte die Schule informiert werden. In schweren Fällen von Mobbing oder auch Bedrohung sollte bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Die meisten seriösen Websites geben die Möglichkeit, Nutzer, die die Verhaltensregeln nicht einhalten und diffamierende Kommentare abgeben, zu melden. Diese Nutzer werden dann gesperrt. Allerdings können sie sich jederzeit unter anderem Namen wieder anmelden. Bei isharegossip kann man zwar Kommentare melden, doch die Einträge werden nur selten gelöscht.

Wie kann ich juristisch vorgehen?

Anzeige zu erstatten ist in jedem Fall sinnvoll, auch wenn der Verursacher der Beleidigungen im Internet nicht bekannt ist. Auch Rechtsanwältin Simone Pietsch rät Betroffenen, Cyber-Mobbing unbedingt anzuzeigen. „Ich halte die Internetseite isharegossip für verfassungswidrig“, sagt sie. Eltern wie Schüler sollten deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt stellen. Die Staatsanwaltschaft werde herausbekommen, von welchem Computer aus welche Einträge getätigt worden sind.

Wie kann man Internetmobbing beweisen?

Wichtig ist es, die Beweismittel zu sichern. Die Beiträge können als Screenshots gespeichert werden oder abfotografiert werden. Auch beleidigende oder bedrohende E-Mails oder SMS sollten gespeichert werden. Die Kopien können der Polizei oder dem Internetanbieter helfen, die Peiniger zu ermitteln.