Präparations-Debatte

Zoo möchte Knut auf jeden Fall ausstopfen

Der Bärenkurator des Berliner Zoos hat die Entscheidung verteidigt, den verstorbenen Eisbären Knut präparieren zu lassen.

Der Berliner Zoo hat die Entscheidung verteidigt, den gestorbenen Eisbären Knut auszustopfen. Knut sei ein „weltweites, emotionales Maskottchen“ gewesen, sagte Bärenkurator Heiner Klös am Mittwoch. Der tote Eisbär solle nun im Naturkundemuseum weiter für die Bildung genutzt werden. „Da es ja nicht mehr so viele Eisbären gibt“, sagte Klös.

Der Bärenkurator äußerte Verständnis dafür, dass sich zahlreiche Menschen gegen das Präparieren aussprechen. Diese seien aber nicht die Mehrheit. „Viele finden das gut.“ Auch seien bereits andere beliebte Zoo-Tiere ausgestopft worden.

Nach Klös' Angaben kann es noch mehrere Tage dauern, bis die genaue Todesursache des vierjährigen Eisbären feststeht. „Gute Untersuchungen brauchen gute Zeit, und wir wollen die Wahrheit erzählen“, sagte er. Knuts Gehirn werde nun histologisch untersucht. Die Untersuchung des Tieres hatte ergeben, dass es „deutliche Veränderungen“ am Gehirn aufwies. Klös betonte, dass bis auf das Gehirn alle Organe des Bären wie Leber oder Niere „tipptopp“ gewesen seien. Eine Herzattacke oder eine Vergiftung könnten damit ausgeschlossen werden. Was genau zu der Veränderung im Gehirn geführt habe, lasse sich noch nicht sagen.

Er selbst sei noch eine Stunde vor Knuts Tod am Gehege gewesen, sagte Klös. Zu diesem Zeitpunkt sei alles „normal“ gewesen. Auch die umstehenden Besucher hätten nichts Ungewöhnliches bemerkt, sagte der Bärenexperte. „Viele der dort stehenden Damen haben meine Handynummer, sie hätten mich angerufen.“ Offenbar habe Knut unter einem neuronalen Problem gelitten, das „urplötzlich sichtbar“ geworden sei, erläuterte Klös. „Dann war es zu spät.“

Der Berliner Zoo ruft zu Spenden für das Arktisprogramm des World Wide Fund For Nature (WWF) auf. Der Zoo sehe es wie die Naturschutzorganisation als seine Aufgabe an, zum Schutz wild lebender Eisbären beizutragen, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Die Bestände der Eisbären würden auch bedingt durch den Klimawandel stetig zurückgehen.