Feuerwehreinsätze

Erneut Brandstiftungen in Neuköllner Häusern

Erneut haben Unbekannt in Neuköllner Häusern Feuer gelegt - vier Mal in einer Nacht. Ein Anwohner wurde verletzt.

In der Nacht zum Sonntag ist im Berliner Bezirk Neukölln erneut Feuer gelegt worden. Die Tatorte liegen in der Umgebung des Hauses, in dem vor einer Woche drei Menschen bei einem Brand getötet worden waren - ein 28 Jahre alter Bewohner, dessen 26-jährige Schwester sowie der zehn Tage alte Sohn der Frau. Die junge Mutter war mit ihrem Baby zu Besuch bei ihrer Familie in dem Haus an der Sonnenallee. 17 Menschen wurden verletzt. Der oder die Täter hatten einen Kinderwagen angesteckt.

In der Nacht zum Sonntag nun haben Unbekannte Kinderwagen im Flur eines Hauses an der Warthestraße angezündet. Mieter bemerkten den Rauch im Treppenhaus und alarmierten die Feuerwehr. Die Einsatzkräfte löschten den Brand. Ein 52-jähriger Mann musste nach einer notärztlichen Behandlung mit dem Verdacht einer Rauchgasvergiftung stationär in einer Klinik aufgenommen werden. Etwa zwei Stunden später bemerkte ein Mieter beim Heimkehren Flammen im Erdgeschoss eines Hauses in der Sonnenallee - ein im Hausflur abgelegter Papierstapel war angezündet worden. Der Mieter holte einen Eimer mit Wasser und löschte das Feuer.Gegen 1.15 Uhr wurde ein Anwohner der Lipschitzallee auf einen im Hausflur brennenden Mülleimer aufmerksam. Der Mann trat den Behälter von der Wand und brachte ihn ins Freie - dort löschte die Feuerwehr. Gegen 4 Uhr dann bemerkte ein Zeitungszusteller Feuer im Flur eines Hauses in der Richardstraße. Ein Kinderwagen stand in Flammen. Der Mann rief Polizei und Feuerwehr. Beamte des Abschnitts 54 löschten die Flammen mit einem Feuerlöscher, die Feuerwehrleute mussten nicht mehr tätig werden.

Am vergangenen Mittwoch hatten Unbekannte im Hausflur eines Wohnhauses an der Erlanger Straße 7 einen Kinderwagen angezündet. Dabei wurden fünf Menschen verletzt. Sie kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus. Der Tatort befindet sich ungefähr 300 Meter von dem Haus an der Sonnenallee entfernt.

Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den Fällen, schließt aber bei dem Brand vom Mittwoch einen Nachahmer nicht aus. Offenbar waren sich die Bewohner der Erlanger Straße der Gefahr bewusst: Auf Hinweiszetteln wurden sie gewarnt, die Türen nachts geschlossen zu halten.

Für den Band an der Sonnenallee sucht die Polizei weiter nach Zeugen – auch mit Plakaten direkt an dem Brandhaus. Zudem werden Bewohner umliegender Häuser des Unglücksortes befragt. Die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, sind inzwischen 25.000 Euro Belohnung ausgesetzt. Zeugen können sich unter der Telefonnummer (030) 4664-910510 melden.

Laut Feuerwehr kommt es an jedem zweiten Tag in Berlin zum Brand eines Kinderwagens in einem Hausflur. In der Regel gingen die Fälle aber glimpflich aus. Sowohl der Verband der Hausbesitzer als auch die Berliner Feuerwehr verlangen, dass in den Treppenräumen der Mietshäuser nichts abgestellt werden darf, was angezündet werden könne.

Die jüngsten Brandstiftungen in Neukölln