Neukölln

Nach Feuerdrama neue Brandstiftung in der Nähe

Unbekannte haben erneut ein Feuer in einem Neuköllner Wohnhaus gelegt – nur 300 Meter entfernt von dem Haus in der Sonnenallee, in dem am frühen Sonnabend drei Menschen starben. Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen.

Fünf Tages nach dem tödlichen Feuerdrama in der Sonnenallee haben Unbekannte am späten Mittwochabend in der Nähe erneut ein Feuer gelegt. Die Brandstifter zündeten im Hausflur eines Wohnhauses an der Erlanger Straße 7 einen Kinderwagen an. Dabei wurden fünf Menschen verletzt, wie die Berliner Polizei am Donnerstag mitteilte. Sie kamen mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus.

Der Tatort befindet sich ungefähr 300 Meter von dem Haus an der Sonnenallee entfernt. In dem mehrgeschossigen Gebäude starben am Sonnabendmorgen ein 28 Jahre alter Bewohner, dessen 26-jährige Schwester sowie der zehn Tage alte Sohn der Frau. Die junge Mutter war mit ihrem Baby zu Besuch bei ihrer Familie in dem Haus. 17 Menschen wurden verletzt. Auch hier hatten der oder die Täter einen Kinderwagen angesteckt.

Die Polizei prüft einen Zusammenhang zwischen den Fällen, schließt aber bei dem jüngsten Brand einen Nachahmer nicht aus. Offenbar waren sich die Bewohner der Erlanger Straße der Gefahr bewusst: Auf Hinweiszetteln wurden sie gewarnt, die Türen nachts geschlossen zu halten.

Jeden zweiten Tag eine Brandstiftung

Von dem Brandstifter der Sonnenallee fehlt weiter eine heiße Spur. Die Polizei sucht weiter nach Zeugen – auch mit Plakaten direkt an dem Brandhaus. Bis Donnerstagvormittag waren elf Hinweise eingegangen, sagte eine Sprecherin. Zudem werden Bewohner umliegender Häuser des Unglücksortes befragt. Am Dienstag hatte die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro für Täterhinweise ausgesetzt. Für Zeugen, die Hinweise zur Aufklärung der Tat geben können, ist das Bürgertelefon der Polizei weiter unter der Telefonnummer (030) 4664-910510 zu erreichen.

Auch an der Moabiter Quitzowstraße bemerkte eine Anwohnerin am Mittwoch einen brennenden Kinderwagen im Hausflur und alarmierte die Feuerwehr. Die Beamten konnten das Feuer schnell löschen. Verletzt wurde hier niemand.

Laut Feuerwehr kommt es an jedem zweiten Tag in Berlin zum Brand eines Kinderwagens in einem Hausflur. In der Regel gingen die Fälle aber glimpflich aus. Sowohl der Verband der Hausbesitzer als auch die Berliner Feuerwehr verlangen, dass in den Treppenräumen der Mietshäuser nichts abgestellt werden darf, was angezündet werden könne.

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