Hintergrund

Brandkatastrophen in Berlin

In den letzten Jahren kam es in Berlin immer wieder zu größeren Bränden bei denen Todesopfer zu beklagen waren. Eine Chronologie der schwerwiegendsten Fälle in der Bundeshauptstadt:

An der Moabiter Ufnaustraße starben 2005 neun Mieter

Juli 2003: Im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in Tiergarten finden die Einsatzkräfte nach einem Brand die Leichen einer 43 Jahre alten Frau und eines 63 Jahre alten Mannes.

Dezember 2003: Im Wedding ist Fahrlässigkeit die folgenschwere Ursache eines Wohnungsbrandes. Ein Junge zündelte. Der Sechsjährige und sein Vater können nur tot geborgen werden.

April 2004: In Heinersdorf sterben bei einem Wohnungsbrand zwei Frauen. Die Feuerwehr kann zehn Mietern aus dem sechsgeschossigen Haus das Leben retten, darunter dem Schwimm-Europameister Stev Theloke. Ursache des Feuers war eine vergessene brennende Kerze.

August 2005: Die schlimmste Feuer-Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg kostet insgesamt neun Menschen das Leben. In einem von Ausländern bewohnten Mietshaus an der Ufnaustraße in Tiergarten können neun Mieter aus Polen, Kosovo und Bosnien-Herzegowina nur noch tot geborgen werden, darunter fünf Kinder zwischen zwei und 17 Jahren. Ein Junge hatte beim Kokeln mit Papier Kinderwagen im Hausflur in Brand gesetzt. Besonders tragisch: Nach Ansicht von Experten wären viele Menschen zu retten gewesen, wenn sie die Anweisungen in deutscher Sprache verstanden hätten. Der Versuch, durch das völlig verrauchte Treppenhaus zu fliehen, wurde vielen Mietern zum Verhängnis. Aber auch die Berliner Feuerwehr geriet seinerzeit wegen angeblich mangelhafter Anweisungen in die Kritik und startete eine Aufklärungskampagne.

März 2008: Ein Mann und eine Frau werden tot im Bett in einer ausgebrannten Wohnung in Mitte gefunden. Der Brand hatte sich auf das gesamte Dachgeschoss ausgedehnt.

April 2009: Eine 73-jährige Frau und ein 71-jähriger Mann werden Opfer eines Wohnungsbrandes in Moabit. Offenbar hatte Zigarettenglut das Bett des Ehepaares in Brand gesetzt.

Die Feuerwehr nennt eine Reihe von Verhaltensregeln im Notfall: Bei verqualmten Treppenhäusern sollten die Wohnungstüren unbedingt geschlossen, aber nicht abgeschlossen werden. Den Notruf 112 anrufen und in der Wohnung auf Rettungskräfte warten. Nach Möglichkeit am Fenster oder auf dem Balkon auf sich aufmerksam machen. Fenster und Türen zur Brandquelle schließen, um das Ausbreiten von Rauch und Feuer zu verhindern. Fluchtwege in Treppenhäusern nicht mit Kinderwagen, Möbeln oder Rädern zustellen.