Pfefferspray

Elf Polizisten bei Einsatz in Wedding verletzt

Drei Männer haben in Wedding elf Polizisten mit Pfefferspray verletzt.. Eine Frau hatte die Beamten um Eskortierung zu ihrer Wohnung gebeten, da sie dort zuvor von ihrem Lebensgefährten misshandelt worden war.

Foto: Steffen Pletl

Bei einem Einsatz wegen häuslicher Gewalt in Wedding sind Polizeibeamte angegriffen worden. Elf wurden verletzt, eine Beamtin musste stationär in einem Krankenhaus aufgenommen werden. Nach Informationen von Morgenpost Online soll es sich bei den Angreifern um Mitglieder einer polizeibekannten arabischen Großfamilie handeln.

Am Dienstagmorgen gegen 9 Uhr mussten Beamte des Abschnitts 35 eine Frau zu ihrer Wohnung am Nordufer in Wedding begleiten, weil die 35-Jährige dort zuvor von ihrem Lebensgefährten geschlagen worden war und Angst hatte, beim Abholen wichtiger Dokumente erneut zum Opfer zu werden. Als die Polizisten eintrafen, wurden sie sofort von drei Angehörigen der Familie angegriffen. Weil die Situation mehr und mehr eskalierte, riefen die Beamten Verstärkung.

Wenig später rückte ein Großaufgebot am Nordufer an: Ein Mannschaftswagen mit etwa zwölf Polizisten sowie sieben Funkstreifenwagen mit jeweils zwei Beamten eilten zum Ort, um ihren Kollegen zu Hilfe zu kommen. Doch auch dadurch ließ sich das Trio nicht beeindrucken. Die Männer prügelten weiter mit Fäusten auf die Polizisten ein. In dem Handgemenge gelang es einem der Angreifer, einer Polizistin ihr Pfefferspray zu entreißen. Er sprühte damit um sich, elf Beamte wurden dabei verletzt, eine 24 Jahre Polizeikommissarin musste von einer Notarztwagenbesatzung in eine Klinik gebracht werden. Sieben ihrer Kollegen wurden von Sanitätern ambulant behandelt, sie alle konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Den übrigen Polizisten war es inzwischen gelungen, die drei arabisch stämmigen Angreifer im Alter von 17, 20 und 42 Jahren festzunehmen. Einer täuschte Symptome eines Herzanfalls vor, er wurde allerdings von einem Notarzt entlarvt. Gegen die Männer wird wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung sowie versuchter Gefangenenbefreiung ermittelt.

Nach Angaben eines Polizisten sind Reaktionen dieser Art von Angehörigen arabischer Großfamilien keine Seltenheit. „Es verletzt deren Ehrgefühl, sich von anderen Menschen Vorschriften über ihre Lebensweisen machen zu lassen, auch wenn es um das Verprügeln ihrer Frauen geht.“