Organisierte Kriminalität

Ein Tatverdächtiger stellt sich nach Schießerei

Schüsse fielen nachts an der Emser Straße in Neukölln. Es war wohl eine Auseinandersetzung im Rockermillieu. Nun hat sich ein Tatverdächtiger gestellt.

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Bei einer Schießerei an der Emser Straße in Neukölln sind am Donnerstagabend zwei Personen leicht verletzt worden. Hintergrund der Tat ist offenbar ein Konflikt zwischen arabischen Großfamilien.

Video: Steffen Pletl
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Nach der Schießerei mit zwei Verletzten an der Emser Straße in Neukölln hat sich einer der mutmaßlichen Täter bei der Polizei gestellt. Ein Ermittlungsrichter erließ noch am Freitagabend Haftbefehl gegen den 33 Jahre alten Mann.

Der Verdächtige hatte sich gegen 21 Uhr im Beisein seines Rechtsanwaltes in die Hände der Polizei begeben. Warum er sich plötzlich stellte, ist nach Angaben eines Sprechers der Polizei unklar. Möglicherweise wurde der Druck auf den arabisch-stämmigen Mann zu groß. Die Beamten nahmen den 33-Jährigen fest. Welche Aussagen der mutmaßliche Täter ihnen gegenüber machte, wurde aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben.

Es besteht jedoch ein dringender Tatverdacht gegen den Verdächtigen R., so dass ein Bereitschaftsrichter noch am Freitagabend einen Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erließ. Im Zuge der Ermittlungen hatten Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften (SEK) eine Wohnung an der Neuköllner Silbersteinstraße und in Siemensstadt eine Wohnung am Quellweg durchsucht. Allerdings ohne Erfolg. Beweismittel konnten weder in Neukölln noch in Siemensstadt von den Einsatzkräften gesichert werden.

Am Donnerstagabend war es zu einem heftigen Schusswechsel an der Emser Straße in Neukölln gekommen. Angehörige arabischer Großfamilien waren aneinander geraten. Projektile steckten in Hauswänden und Fahrzeugen. Dabei wurden der 19 Jahre alte Intensivtäter Nidal R., der erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden war, sowie ein 28 Jahre alten Intensivtäter verletzt. Beide Männer begaben sich selbst in ärztliche Behandlung. Sie schweigen zum Tathergang.

Nach Informationen von Morgenpost Online liegt das Motiv der Schießerei im neu aufflammenden Rockerkrieg. Nidal R. soll nach seiner Haftentlassung Vollmitglied bei den Hells Angels Nomads Turkye geworden sein.