Sanierung abgeschlossen

Senator Körting eröffnet Schwimmbad am Hüttenweg

Nach 18 Monaten Bauzeit wurde das Schwimmbad am Hüttenweg in Dahlem von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) nun wieder eröffnet. Die umfangreichere Sanierung hatte länger gedauert als geplant.

Foto: BBB/David Heerde

Nichts konnte sie mehr am Beckenrand halten: Noch bevor Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Mittwochmittag das sanierte Schwimmbad am Hüttenweg wieder freigeben konnte, landeten die ersten kleinen Badegäste mit einem lauten Platsch im Wasser. Die offiziellen Worte des Senators gingen unter im Lärm der tobenden Kinder, für die ohnehin nur wichtig war, endlich im frisch gefüllten Schwimmbecken zu toben. Mit der Eröffnung der Schwimmhalle Hüttenweg stehe dem Südwesten jetzt wieder ein kommunales Hallenbad zur Verfügung, sagte Körting, der auch für Sport zuständig ist. Das Stadtbad Zehlendorf war bereits 2002 geschlossen, später abgerissen und durch ein privates Bad ersetzt worden.

In 18 Monaten Bauzeit wurde das Schwimmbad Hüttenweg modernisiert und instand gesetzt. Insgesamt 3,2 Millionen Euro flossen aus dem Bädersanierungsprogramm in die Halle, die 1977 für die US-Alliierten errichtet wurde. Die Sanierungsarbeiten hielten einige Überraschungen bereit: So sollte das Dach eigentlich nur repariert werden. Aber es war so marode, dass es komplett neu aufgebaut werden musste. Fassade, Fenster und Technik sind erneuert. Durch diese energetische Sanierung wird das Bad künftig bis zu 30 Prozent weniger Energie verbrauchen.

Das Berliner Architekturbüro "av-a" hat aus dem einst nüchternen Zweckbau eine helle, farblich interessant gestaltete Halle gemacht, die an Pop-Art erinnert. Während die Wände in Türkis gehalten sind, wechseln sich an den Decken weiße, rote und orangefarbene Felder ab. Aus den Umkleiden ist das Einheitsgrau der Spinde gewichen. Stattdessen sind die Schranktüren bei den Mädchen in verschiedenen Rottönen und bei den Jungen in Blautönen gehalten.

Das Bad, das mit einem 25-Meter-Becken und einem Nichtschwimmerbecken einst fast ausschließlich Schulen und Vereinen vorbehalten blieb, wird künftig Schwimmzeiten für die Öffentlichkeit anbieten. So ist es mittwochs (14-22 Uhr), sonnabends (14-22 Uhr) und sonntags (8-15 Uhr) für das Publikum geöffnet. Darüber hinaus ist montags, dienstags, donnerstags und freitags auch wieder Frühschwimmen von 6 bis 8 Uhr möglich. Vom 6. April an bieten die Bäderbetriebe Schwimmkurse für Kinder ab fünf Jahren und Aqua-Fitness an.

45 Standorte werden verschönert

Innensenator Körting läutete mit der Eröffnung am Hüttenweg die Halbzeit des im Jahr 2007 aufgelegten Bädersanierungsprogramms ein. 50 Millionen Euro wurden aus dem Verkaufserlös der Gewerbesiedlungsgesellschaft (GSG) für die Bäder zur Verfügung gestellt. Damit soll der Sanierungsstau aufgelöst werden. Zum Jahresende 2010 waren 27 Millionen Euro (54 Prozent) dieser Summe ausgegeben. Zusätzliche Mittel kommen aus dem Umweltentlastungsprogramm und dem Konjunkturpaket, sodass insgesamt 73 Millionen Euro in Berliner Bädern verbaut werden können. 45 Standorte sollen erneuert und verschönert werden.

Seit zweieinhalb Jahren fließen die Gelder in die Bäder - allein 6,5 Millionen Euro in die Helene-Weigel-Schwimmhalle in Marzahn, 2,8 Millionen in das Stadtbad Mitte, 2,2 Millionen in die Schwimmhalle Fischerinsel und 1,6 Millionen in die Alte Halle im Stadtbad Charlottenburg. Diese Hallen sind bereits fertig. In den nächsten zweieinhalb Jahren sollen die letzten Hallen folgen. So wird derzeit noch am Stadtbad Schöneberg gebaut. "Wir rechnen damit, dass die Halle im August fertig ist", sagte Matthias Oloew, Sprecher der Bäderbetriebe. Im Mai wird die Sanierung der Schwimmhalle Finckensteinallee in Lichterfelde beginnen. Seit vier Jahren ist das Bad stillgelegt. Umfangreiche Abstimmungen mit dem Denkmalschutz, aber auch mit den beteiligten Senatsverwaltungen und dem Bezirk hätten zu einem verzögerten Baustart geführt, sagte der Innensenator am Mittwoch. Zwischen zehn und elf Millionen Euro werden allein in dieses Bad fließen. Die Genehmigung für Abrissarbeiten liege bereits vor, sagte Körting. 2013 soll die Halle wieder für den Badebetrieb geöffnet sein. Zwei weitere große Projekte stehen noch bevor: Das Kombibad Gropiusstadt und das Kombibad Spandau-Süd sollen bis Ende 2012 wiederhergestellt sein.