WM-Planer

NPD-Führungsriege steht erneut vor Gericht

Zur Fußball-WM 2006 hatte die NPD einen Terminplaner herausgegeben, für den Parteichef Udo Voigt und zwei weitere Funktionäre zweieinhalb Jahre später wegen Volksverhetzung verurteilt wurden. Doch der Fall war damit nicht abgeschlossen.

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Der Vorsitzende der rechtsextremen NPD, Udo Voigt, steht erneut wegen Volksverhetzung vor Gericht. Die Berufungsverhandlung am Berliner Landgericht gegen Voigt und zwei weitere NPD-Funktionäre beginnt am 23. Februar, wie Gerichtssprecher Tobias Kaehne am Montag mitteilte.

Das Amtsgericht Tiergarten hatte im April 2009 geurteilt, dass ein von der NPD verfasster Terminplaner zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 rassistisch war und Bewährungsstrafen verhängt. Voigt bekam sieben Monate Haft auf Bewährung. Laut dem Urteil waren die NPD-Funktionäre gemeinschaftlich verantwortlich. Alle drei waren zudem jeweils verpflichtet worden, 2000 Euro an die Kinderschutzorganisation UNICEF zu zahlen. Gegen die Urteile hatten die NPD-Mitglieder Berufung eingelegt.

Das Amtsgericht war der Ansicht, dass der dunkelhäutige damalige Bremer Nationalspieler Patrick Owomoyela auf dem Titelblatt des Planers wegen seiner Hautfarbe in nicht hinnehmbarer Weise herabgewürdigt und diffamiert worden sei, auch wenn der Fußballer nicht direkt abgebildet war. Dem Deutschen Owomoyela sei die Tauglichkeit als Spieler in der deutschen Nationalmannschaft abgesprochen worden.

Der Deutsche Fußball-Bund und Owomoyela hatten seinerzeit Strafanzeige erstattet und gerichtliche Verfügungen gegen die Verbreitung der WM-Planer erwirkt. Die Staatsanwaltschaft hatte Zehntausende NPD-Flyer beschlagnahmt. Im Falle eines zweiten WM-Planers waren die Funktionäre von den Vorwürfen freigesprochen worden.