Straßen-Umbau

Grüne bleiben bei Plänen für Kastanienallee

Die umstrittenen Bauarbeiten in der Kastanienallee sollen nach dem Ende der Frostperiode beginnen. Anwohner protestieren zwar seit Wochen gegen den Umbau, doch der Baustadtrat hält an seinen Plänen fest.

Foto: Amin Akhtar

Die Grünen haben den Umbau der Kastanienallee in Prenzlauer Berg verteidigt. „Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man eine Entscheidung treffen muss“, sagte der Fraktionsvorsitzende der Grünen und Direktkandidat in diesem Wahlkreis in Prenzlauer Berg, Volker Ratzmann, am Dienstag. Nach den Plänen des Bezirks sollen die Radfahrer auf beiden Seiten der Straße eine eigene Fahrspur erhalten, die Parkplätze sollen von 150 auf 85 reduziert werden, dafür wird der Bürgersteig an einigen Stellen schmaler. Mit den Bauarbeiten soll begonnen werden, wenn der Frost aus dem Boden verschwunden ist.

Gegen den Umbau wird seit Wochen protestiert – von Anwohnern und von Gewerbetreibenden. Letztere wollen die Parkplätze, breitere Bürgersteige und Ladezonen für den Gewerbeverkehr behalten, denn sie befürchten negative Auswirkungen für ihr Geschäft.

Der Bezirksstadtrat für öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner (Grüne), verteidigte dagegen den Umbau. „Wer in ein Sanierungsgebiet zieht, sollte sich nicht wundern, wenn tatsächlich saniert wird“, sagte Kirchner. Zurzeit würden sich Straßenbahn, Autos und Radfahrer die beiden Fahrspuren teilen. Der Radverkehr auf der Straße sei in den vergangenen Jahren sehr stark angestiegen, so der Stadtrat. Zurzeit nutzen 6500 Radfahrer täglich die Kastanienallee. „Die Tendenz ist stark steigend“, sagte Kirchner. Im Sommer liege der Anteil des Radverkehrs bei 50 Prozent. Deswegen sei eine eigene Radspur gerechtfertigt. Außerdem hätten sich Behinderten- und Blindenverbände über den schlechten Zustand der Bürgersteige beschwert.

Bezirk will Tempo-30-Zone

Derzeit bemüht sich der Bezirk bei Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) darum, die Straße zur Tempo-30-Zone zu machen. Dafür ist eine besondere Begründung nötig, da nach der Straßenverkehrsordnung in Städten grundsätzlich Tempo 50 gilt. Ausnahmen müssen begründet werden.

Gegen den Umbau der Kastanienallee haben sich zwei Bürgerinitiativen gegründet. Sie planen nun ein Bürgerbegehren. Nach Angaben Kirchners ist das Begehren jedoch noch nicht eingereicht worden. In einem nächsten Schritt müssten die Initiatoren 8500 Unterschriften von Bürgern sammeln, die in Pankow gemeldet sind. Das sei aber ein weiter Weg, so Kirchner, da es sich bei den Gegnern um etwa 15Personen handele. In der Kastanienallee sind insgesamt 2000 Menschen gemeldet. „Ein großer Proteststurm ist bislang ausgeblieben“, meinte Kirchner – trotz der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die die Bürgerinitiative erzielt hat.

Unterdessen wurde am Dienstag bekannt, dass der Mauerpark in Prenzlauer Berg in der kommenden Woche neue Mülleimer erhält. Der Bezirk wartet derzeit auf die Freigabe durch den TÜV. In dem Modellprojekt will das Bezirksamt das Müllproblem im Mauerpark beseitigen. Dafür wurden neun Müllcontainer im Boden versenkt. So soll verhindert werden, dass der Müll durch den Park geweht wird. Die Container werden regelmäßig geleert. Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen, plant der Bezirk weitere unterirdische Mülltonnen in anderen Parks.