Verkehr

S-Bahn kommt nun wieder schneller ans Ziel

Der Sommerfahrplan gilt seit Montag. Damit entfallen zahlreiche Einschränkungen: Die Züge fahren schneller, öfter und weiter. Die GDL droht aber mit neuen Streiks - auch in Berlin.

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Auf den meisten S-Bahn-Stationen hingen schon am Wochenende die neuen, alten Fahrpläne. An diesem Montag beendet das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn seinen seit fünf Wochen geltenden Winterfahrplan. Die gute Nachricht für die Fahrgäste lautet: Längere Fahrzeiten, geänderte Abfahrtszeiten, längere Takte und erzwungenes Umsteigen gehören damit vorerst der Vergangenheit an. Die schlechte: Schlimmstenfalls wird die S-Bahn in den nächsten Tagen gar nicht fahren. Denn im Nah-, Regional- und Fernverkehr droht die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in dieser Woche mit einer dritten Warnstreikwelle.

Noch bevor am 7. März die Urabstimmung über einen unbefristeten Arbeitskampf beendet ist, könnten damit erneut die Züge für mehrere Stunden stillstehen. „Ich rechne damit, dass wir vorher noch einmal ein Zeichen setzen werden“, sagte am Sonntag der GDL-Bezirksvorsitzende für Berlin, Sachsen und Brandenburg, Frank Nachtigall, Morgenpost Online. Ob die S-Bahn wieder betroffen sein wird, ließ Nachtigall offen. Beim zweiten Warnstreik im laufenden Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn und den sechs großen Privatbahnen am vergangenen Freitag hatte die GDL den Berliner Nahverkehr verschont. Zugleich hatte die Gewerkschaft aber betont, dass die krisengeplagte Bahntochter nicht grundsätzlich von Arbeitskampf-Aktionen ausgenommen werde.

Das Ende des Winterfahrplans bringt für die Fahrgäste zunächst aber einige Verbesserungen. Weil die Züge nun wieder schneller fahren dürfen – wegen eingefrorener Bremsteile war die Höchstgeschwindigkeit seit Januar auf 60 Stundenkilometer reduziert – entfallen zahlreiche Einschränkungen. Auf den Ringbahnlinien S41/S42 fahren die Züge in den Hauptverkehrszeiten wieder alle fünf Minuten. In Richtung Potsdam, Spandau und Wartenberg kehrt die S-Bahn tagsüber zum Zehn-Minuten-Takt zurück. Die Linie S25 fährt wieder durchgehend von Teltow-Stadt nach Hennigsdorf im 20-Minuten-Takt. Für Fahrgäste der S5 in Richtung Strausberg-Nord entfällt das Umsteigen in Strausberg. Die S3 verkehrt im Berufsverkehr wieder im Zehn-Minuten-Takt bis Erkner, und die S9 endet vom Flughafen Schönefeld kommend nicht mehr am Bahnhof Greifswalder Straße, sondern fährt weiter bis Pankow. Im durchgehenden Wochenendnachtverkehr gilt zudem wieder das reguläre Angebot im 30-Minuten-Takt.

Obwohl die S-Bahn damit zu ihrem vorherigen Fahrplan zurückkehrt, bleibt ein während des Winterchaos eingeführtes Zusatzangebot erhalten. An Werktagen fährt die private Heidekrautbahn (Linie NE27) im Berufsverkehr weiter bis zum Bahnhof Gesundbrunnen. Von Montag bis Freitag verkehrt die Heidekrautbahn damit zwölf Mal täglich zwischen Basdorf und Gesundbrunnen. Das Angebot soll vorerst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 gelten.