Kein Winterfahrplan mehr

S-Bahn fährt ab Montag wieder schneller

Statt der bisherigen 60 dürfen die Züge wieder mit 80 Kilometern pro Stunde fahren. Auf der Ringbahn kommt die Bahn wieder im 5-Minuten-Takt, wegen Wartungsarbeiten bleibt der Verkehr für den Rest des Jahres jedoch insgesamt eingeschränkt.

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Die S-Bahn erklärt den Winter für beendet. Einen Tag vor dem meteorologischen Frühlingsanfang beendet das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn an diesem Montag den seit Mitte Januar geltenden Winterfahrplan. Zum Wochenstart dürfen die Züge laut der Ankündigung wieder mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde fahren. Weil Teile der Bremsen bei extremem Frost einfrieren und nicht ausreichend geprüft werden konnten, galt seit fünf Wochen auf allen Linien ein Tempolimit von 60 Kilometern pro Stunde.

Für die Fahrgäste bringt die Rückkehr zum vorherigen Notfahrplan einige Verbesserungen. Auf den Ringbahnlinien S41/S42 fahren die Züge in den Hauptverkehrszeiten wieder alle fünf Minuten. Richtung Potsdam, Spandau und Wartenberg kehrt das Unternehmen tagsüber zum Zehn-Minuten-Takt zurück. Die Linie S25 fährt wieder durchgehend von Teltow-Stadt nach Hennigsdorf im 20-Minuten-Takt. Für Fahrgäste der S5 in Richtung Strausberg-Nord entfällt das Umsteigen in Strausberg. Die S3 verkehrt im Berufsverkehr wieder im Zehn-Minuten-Takt bis Erkner, und die S9 endet vom Flughafen Schönefeld kommend nicht mehr an der Greifswalder Straße, sondern in Pankow. Im durchgehenden Wochenendnachtverkehr gilt zudem wieder das reguläre Angebot im 30-Minuten-Takt.

Auf einigen Fahrten müssen die Fahrgäste von Montag an aber wieder umsteigen. Der Grund: Um die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen, müssen die Besandungsanlagen der Bremsen, eine Art ABS für Züge, nun wieder täglich geprüft werden. Wie zuvor erledigen das die Treibfahrzeugführer auf mehreren Bahnhöfen im Netz. Die betroffenen Züge werden dann ausgetauscht. Der Anschlusszug fährt vom gleichen Bahnsteig. Die Fahrzeiten sollen sich dadurch nach Angaben der S-Bahn nicht ändern.

Nach den Problemen in diesem Winter fordert der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erhebliche Anstrengungen von der S-Bahn, um ähnliche Einbrüche in Zukunft zu verhindern. „Notwendige Investitionen müssen jetzt ohne Zögern getätigt werden, damit im nächsten Winter ein erneuter 60-Stundenkilometer-Fahrplan verhindert wird“, sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz. Der VBB verwies darauf, dass immer noch nur etwa 75 Prozent der vertraglich vereinbarten Fahrzeuge im Einsatz seien. Die S-Bahn müsse nun, so Franz, „kurzfristig Farbe bekennen“ und sagen, wann es eine echte Verbesserung des Angebots geben soll.

Heidekrautbahn bleibt in Betrieb

Weil die Bahn-Tochter wegen diverser technischer Probleme – neben den Bremsen sind vor allem Achsen und Räder betroffen – noch das gesamte Jahr nur einen eingeschränkten Verkehr bieten kann, soll ein in diesem Winter eingeführtes Zusatzangebot erhalten werden. Die Länder Berlin und Brandenburg haben verabredet, dass die zusätzlichen Züge der privaten Heidekrautbahn (Linie NE27) im Berufsverkehr weiter bis zum Bahnhof Gesundbrunnen fahren sollen. Von Montag bis Freitag fährt die Heidekrautbahn zwölfmal täglich zwischen Basdorf und Gesundbrunnen. Das Angebot soll vorerst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 gelten. Den genauen Fahrplan gibt es im Internet unter www.neb.de. Einziges Manko: Der von der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) eigens angemietete Triebwagen ist nicht barrierefrei. Die Mitnahme von Rollstuhlfahrern ist bei den zusätzlichen Fahrten nicht möglich.