Mauerpark

Bürger mauern weiter gegen Parkbebauung

Der lang andauernde Streit zwischen Bürgerwerkstatt und Vivico geht in die nächste Runde. Die acht Vorschläge der Architekten stoßen auf Ablehnung: "zu kompakt", "zu wenig Freiraum".

Der Streit um den Mauerpark findet kein Ende – die Positionen von Bürgerwerkstatt und der Immobilienfirma Vivico bleiben konträr. Die Vivico stellte am Montagabend den Anwohnern und Initiativen acht Entwürfe von Architekten vor, die im Rahmen eines Wettbewerbs die Wohnbauten und Gewerbeflächen geplant haben. Die Bürgerwerkstatt lehnt diese Entwürfe für den Parkrand ab. Sie "entsprechen nicht den Kriterien einer moderaten Randbebauung des Mauerparks", heißt es in einer Erklärung.

"Die geplanten Bauten sind zu kompakt", sagt Rainer Krüger, einer der Vertreter der Werkstatt. "Einige Entwürfe lassen zu wenig Freiraum für das vom Senat geplante grüne Band entlang des Mauerstreifens." Andere Pläne sehen kein autofreies Wohngebiet vor, wie es sich die Werkstatt wünscht. Ihre Vertreter sind sich in einer Hinsicht einig: Sie wollen weiter mitarbeiten, sowohl an der Gestaltung des eigentlichen Parks, als auch bei den Plänen der Vivico für die Bauten im Norden und Süden der Grünfläche.

Für die Vivico ist die ablehnende Haltung der Bürgerwerkstatt nicht nachvollziehbar. "Wir haben in dem nunmehr zweijährigen Planungsprozess weitgehende Zugeständnisse gemacht", sagt Henrik Thomsen, Leiter der Vivico Berlin. "So haben wir auf Wunsch des Bezirks den gesamten mittleren Bereich von der Bebauung ausgenommen. Auch den denkmalgeschützten Gleimtunnel werden wir nicht antasten." Allerdings müsse das Gesamtpaket auch für das Unternehmen wirtschaftlich darstellbar sein. "Wenn die bisherigen Planungen im Bezirk keine Mehrheit finden, werden wir das Gelände weiterhin als Gewerbegebiet nutzen und entsprechend vermieten", sagt Thomsen.

Noch läuft im Bezirk das Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans. Er soll der Vivico Baurecht für Flächen an der Bernauer Straße und nördlich des Gleimtunnels geben. Nur wenn das geschieht, stellt die Vivico sechs Hektar des ehemaligen Bahn-Grundstückes für die Erweiterung des Mauerparks zur Verfügung. Dieses Planungsverfahren dauert an.

Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung ist bereits erfolgt. Doch aus Sicht des Bezirksverordneten Frank Bertermann (Grüne), der den Stadtentwicklungsausschuss in der BVV Mitte leitet, wurden die Wünsche der Anwohner nicht genügend berücksichtigt. Auch ein Architektenentwurf zu den Wohn- und Gewerbebauten soll in den Plan eingehen. Für die Grünen sei das Votum der Bürgerwerkstatt entscheidend, sagt Bertermann. Wenn die Werkstatt die Architektenentwürfe ablehne, dann müsse man weiterhin nach einem Konsens suchen. "Wir nehmen uns Zeit dafür. Es gibt keinen Zwang, vor der Wahl im September Fakten zu schaffen."

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