Live aus London

Robbie Williams singt – Berliner Fans sind dabei

Der Entertainer ist zurück – und das gleich mehrfach. Nach seiner therapierten Medikamentensucht hat Robbie Williams in London seit drei Jahren erstmals wieder die Bühne betreten. Und auch Berliner Fans konnten live dabei sein - per Satellitenübertragung im Edel-Kino Astor Filmlounge am Kurfürstendamm.

Fast drei Jahre mussten Fans von Robbie Williams warten – am Dienstagabend meldete sich der Popstar mit einem Konzert zurück. Die ausverkaufte Show vor etwa 3000 Zuschauern im Londoner Roundhouse wurde auch im Internet, in mehr als 200 Kinos und im Radio übertragen.

Auch um die Vorstellungen in 37 deutschen Lichtspielhäusern hatten sich die Fans gerissen, schnell waren die Karten vergriffen. Für einen Sitzplatz zahlten Kinobesucher knapp 20 Euro, ein Ticket für das Konzert gab es bereits ab fünf Euro.

In Berlin war die Übertragung in der Astor Filmlounge am Kurfürstendamm mit ihren 250 Sitzplätzen nach gerade einmal 16 Minuten ausverkauft. Noch Tage später hatten Fans angerufen, in der Hoffnung noch Tickets für das exklusive Event zu ergattern, wie Mitarbeiter berichteten.

Allerdings konnte der 35-jährige Sänger die Berliner über die Leinwand nicht mitreißen. „Ein Live- Konzert, ist nicht mit einer Live-Übertragung zu vergleichen“, sagte eine Besucherin. Das Berliner Publikum saß gemütlich in den Sitzen, applaudierte zu dem einen oder anderen Titel und sang hier und da eher leise mit.

Der Abend ähnelte weniger einer Konzertveranstaltung, vielmehr war es ein Kinoabend mit etwas lauterem Publikum. Weder Williams' neuer Song „Bodies“ noch seine früheren Hits wie „Feel“ oder „Angels“ riss die Berliner Zuschauer vom Hocker. Nur eine kleine Gruppe ließ sich vom britischen Popstar über die Leinwand mitreißen. „Geil, einfach nur geil“, sagte eine 24-Jährige begeistert. „Die Songs sind so cool, da muss man doch einfach mitmachen.“

Eine Panne gab es in Düsseldorf: 1700 Fans um kurz nach 21 Uhr unverrichteter Dinge nach Hause gehen. Stefan Rottels, Leiter der UCI Kinowelt, erklärte den in vier Sälen wartenden Williams-Anhängern, das Filmtheater könne wegen technischer Probleme kein Satellitensignal aus dem Londoner Roundhouse empfangen. Die Fans nahmen die Absage überraschend gelassen. Die 20 Euro pro Eintrittskarte und die Anfahrtskosten sollen nach Angaben des Kinobetreibers allen 1700 Besuchern erstattet werden.

Der englische Sänger („Rock DJ“) spielte alte Hits sowie Lieder von seinem neuen Album. Begleitet wurde er von Streichern, Bläsern und seiner Band. „Ihr seid so nett zu mir, vielen Dank“, sagte der Sänger nach anderthalb Stunden auf der Bühne. In der Promiloge saßen seine Mutter Jan und seine Freundin Ayda Field.

Der englische Sänger stellte in London Lieder aus seinem neuen Album „Reality Killed The Video Star“ vor, das am 6. November erscheint. Williams' Single „Bodies“ ist bereits auf dem Markt. Sie stürmte in den deutschen Single-Charts von null auf Platz eins. „Wow, was für ein Ergebnis!“, schrieb Williams auf seiner Internetseite. „In der heutigen Zeit ist das absolut großartig. Ich bin sprachlos ... Nummer eins und Nummer zwei überall!!!!!!!!" Vor dem Konzert waren die neuen Songs absolut geheim gehalten worden.

Außerdem spielte der Popstar alte Hits wie „Come Undone“, „Millennium“ und „Angels“. Begleitet wurde er von Streichern, Bläsern und seiner Band. Der Produzent des Albums, Trevor Horn, leitete das Ensemble. Zum Finale gab „Robbie“ die Pophymne „Video Killed The Radio Star“ zum besten. Sie stammt von der Band The Buggles, der Horn angehörte.

Der Auftritt beim Festival BBCElectric Proms hatte seit Tagen für Aufregung gesorgt, auch weil Williams vorerst keine Tournee plant. Vor allem wollten die Fans aber sehen, wie sich Williams – abgespeckt und durchtrainiert – der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach einem Aufenthalt in einer Entzugsklinik und mit neuer Freundin scheint der britische Entertainer wieder in Topform zu sein. Das ehemalige Mitglied der Boygroup Take That litt an einer schweren Medikamentensucht und verschwand vor fast drei Jahren aus dem Rampenlicht. Mit mehr als 55 Millionen Plattenverkäufen ist er einer der derzeit weltweit erfolgreichsten Sänger.