Ermittlungen

Polizei untersucht Tod in Ausnüchterungszelle

Noch immer ist unklar, warum ein 37-Jähriger in der Gefangenensammelstelle an der Perleberger Straße gestorben ist. Der Mann war stark betrunken in die Zelle gebracht worden. Dort vernahmen die kontrollierenden Beamten zunächst Schnarchgeräusche. Sie aber verstummten plötzlich.

Für den 37-jährigen Mann, der am Dienstagabend im Treppenhaus in der Gefangenensammelstelle an der Perleberger Straße in Berlin-Moabit gestorben ist, kam offenbar jede Hilfe zu spät. Der verwendete Defibrillator zeigte an, dass der Herzschlag bereits ausgesetzt hatte. Defibrillatoren werden verwendet, um einen schwachen, unregelmäßigen Herzschlaf wieder zu normalisieren. In diesem Fall aber zeigte das elektronische Gerät nach Informationen von Morgenpost Online, das Körperfunktionen misst, an, dass dem Mann kein Stromstoß mehr zu versetzen ist. Das bedeutet: Das Herz hatte bereits ausgesetzt. Auch der Notarzt konnte nichts mehr tun.

Polizisten hatten den Mann um am Dienstag um 17.50 Uhr an der Kattegatstraße stark betrunken gefunden und ihn zur Perleberger Straße gebracht, wo sie um 18.40 Uhr eintrafen. 20 Minuten später hatten sie den Mann in seine Zelle gebracht. Der Betrunkene soll zu diesem Zeitpunkt noch ansprechbar gewesen sein und konnte gehen, sagte ein Polizeisprecher. Der diensthabende Arzt konnte den Mann nicht untersuchen, weil er kurzfristig zu einem Termin an der Kamminerstraße in Charlottenburg musste, um dort einen Totenschein auszustellen.

Vier Beamte hatten an diesem Abend Dienst. Alle zehn Minuten sollen die Polizisten nach dem schlafenden Mann gesehen haben, der laut schnarchte. Um 20.09 Uhr seien nach Polizeiangaben bei der Kontrolle plötzlich keine Geräusche mehr aus der Zelle zu vernehmen gewesen. Sofort wurde Alarm ausgelöst, ein Notarzt alarmiert und die Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet.

Eine Obduktion soll nun Aufschluss darüber geben, woran der Mann gestorben ist. Die Kripo ermittelt.

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