Bankenskandal

Wowereit bedauert Landowsky-Freispruch

Berlins Regierender Bürgemeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich mit Bedauern über den Freispruch Klaus Landowskys geäußert. Der Ex-Bankmanager ist ebenso wie elf seiner früheren Kollegen vom Vorwurf der Untreue freigesprochen worden.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat mit Bedauern auf den Freispruch für den früheren CDU-Politiker und Ex-Bankmanager Klaus Landowsky reagiert. „Es zeigt, dass es nach jahrelangem juristischen Bemühen leider nicht gelungen ist, Verantwortlichkeiten zu schaffen“, sagte Wowereit. Landowskys Aussage, dem Land sei im Bankenskandal kein Schaden entstanden, sei falsch, fügte er hinzu. „Die Berliner leiden darunter und müssen die Zeche zahlen in einer gigantischen Milliardenhöhe.“

Landowsky war am Montag vom Vorwurf der Untreue freigesprochen worden. Auch elf weitere Ex-Banker bekamen Freisprüche. Sie mussten sich wegen Immobilienfonds einer Tochter der Bankgesellschaft verantworten, die dem damals landeseigenen Unternehmen Verluste in Millionenhöhe eingebracht haben sollen. Nach Ansicht der Richter war das Handeln der Angeklagten „im Ergebnis nicht pflichtwidrig“. Weiter hieß es in der Urteilsbegründung, weder aus externer noch interner Sicht sei das Ausmaß des Risikos zum Zeitpunkt der Fondsschließungen als „existenzgefährend oder gar vernichtend“ für die Berlin-Hyp-Tochter IGB eingeschätzt worden.

In dem 18-monatigen Verfahren hatten alle Angeklagten den Vorwurf bestritten und eine Pflichtverletzung von sich gewiesen. Neben der Verteidigung plädierte letztlich auch die Staatsanwaltschaft auf Freispruch mit der Begründung, sie müsse "aufgrund des unvollständigen Ergebnisses der Beweisaufnahme Freisprüche beantragen".

Im Verfahren ging es um zwei sogenannte Rundum-Sorglos-Fonds, die Mitte der 90er Jahre aufgelegt worden waren. Sie boten den Zeichnern Mietgarantien von 25 Jahren sowie Steuervorteile, obwohl der Immobilienmarkt bereits seit 1995 rückläufig war. Die Anklage ging ursprünglich davon aus, dass der Bankgesellschaft dadurch umgerechnet ein Schaden von rund 58 Millionen Euro entstanden sei und sprach von einer weiteren Vermögensgefährdung von 38,6 Millionen Euro.