Unfallstatistik

Langer Winter sorgt für mehr Unfälle in 2010

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Foto: Schroeder Thomas

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Berlin im vergangenen Jahr wieder angestiegen. Schuld daran war der lange Winter. Allerdings verliefen viele Zusammenstöße glimpflich. Die Zahl der Unfalltoten sank auf einen historischen Tiefstand.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Berlin ist 2010 leicht angestiegen. Gleichzeitig reduzierte sich die Anzahl der Verunglückten deutlich. Die Zunahme um 5500 Unfälle auf 130500 im Vergleich zu 2009 begründete Polizeipräsident Dieter Glietsch mit dem strengen Winter zu Jahresbeginn, in deren Folge deutlich mehr Zusammenstöße registriert wurden. Insgesamt aber habe sich der positive Trend der Verkehrssicherheit der vergangenen Jahre in Berlin fortgesetzt, resümierte der Polizeipräsident am Freitag.

Die Zahl der Unfalltoten ging mit 44 binnen Jahresfrist erneut um 8,3 Prozent zurück. Damit sei ein historischer Tiefstand erreicht. Im Jahr 2000 hatte es mit 89 noch mehr als doppelt so viele Todesopfer gegeben, so Glietsch. Die höchste Opferzahl war kurz nach der Wiedervereinigung im Jahr 1993 erfasst worden, als 189 tödlich verletzte Verkehrsteilnehmer gezählt wurden. Positiv ist auch die Entwicklung bei den verletzten Verkehrsteilnehmern. Die Zahl der schwer verletzten Unfallopfer sank im vergangenen Jahr um 9,0 Prozent auf 1694. Auch die Zahl der leicht Verletzten ging im Vorjahr um 9,3 Prozent deutlich auf 14913 zurück.

Die größte Gruppe bei den Unfalltoten stellte im Vorjahr die Fußgänger dar, von denen 24 ums Leben kamen (2009 waren es 15). Hauptursache sei das unachtsame Betreten von Fahrbahnen gewesen, überproportional waren von diesen Unfällen Senioren betroffen. 15 der getöteten Fußgänger waren älter als 60 Jahre.

Im Gegensatz zu 2009, als kein Kind tödlich verletzt wurde, sind im Vorjahr auch drei Kinder auf Berlins Straßen bei Unfällen getötet worden. In zwei Fällen hatten sich Kleinkinder von der Hand der Mutter losgerissen und waren, ohne den Verkehr zu beachten, auf die Straße gerannt. Insgesamt verunglückten jedoch deutlich weniger Kinder unter 14 Jahren. Die Zahl der Verletzten reduzierte sich gegenüber 2009 um 10,5 Prozent von 796 auf 720. 134 Kinder erlitten 2010 schwere Verletzungen, vier mehr als 2009. Negativ entwickelte sich im Vorjahr die Zahl der Unfälle mit Straßenbahnen. Bei 330 Kollisionen (plus 9,3 Prozent) – zumeist mit Fußgängern und Radfahrern – verunglückten drei Menschen tödlich, darunter ein Kleinkind.

Bei den Radfahrern ging die Zahl der Todesopfer auf sechs zurück. 2009 waren noch neun Radfahrer tödlich verunglückt. Der Höchststand für Berlin stammt aus dem Jahr 2003 mit 24 Opfern. Motorradfahrer waren 3722 Mal in Unfälle verwickelt (minus 13,2 Prozent). Neun Kradfahrer wurden getötet (2009 waren es zehn), die Anzahl der verletzten Motorradfahrer ging 2010 deutlich um 241 auf 2024 zurück. Hauptunfallursachen waren laut Polizei nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Fehler beim Abbiegen und beim Fahrspurwechsel.