Statistik 2010

24 Fußgänger starben auf Berlins Straßen

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Im Jahr 2010 starben 44 Menschen bei Verkehrsunfällen auf Berlins Straßen. Das ist zwar ein historischer Tiefstand. Doch Fußgänger und Radfahrer leben weiterhin gefährlich.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Berlin im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Mit rund 130.000 registrierten Unfällen habe es 5500 mehr gegeben als 2009, sagte Polizeipräsident Dieter Glietsch am Freitag. Grund sei der strenge Winter gewesen, der zu mehr witterungsbedingten Zusammenstößen geführt habe.

Allerdings sind den Angaben zufolge 2010 weniger Verkehrsteilnehmer auf Berlins Straßen zu Schaden gekommen als im Jahr davor. 44 Menschen seien bei Unfällen getötet worden. Dies sei der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung, sagte Glietsch. Gut 13.100 Menschen wurden leicht und knapp 1700 schwer verletzt.

1991 verunglückten noch 198 Menschen tödlich und im Jahr 2000 waren es mit 89 Unfalltoten noch doppelt so viele wie heute. Gemessen an der Bevölkerungszahl habe Berlin wiederholt im bundesweiten Vergleich die niedrigste Belastung, sagte Glietsch.

Besonders gefährdet sind Fußgänger. Ihr Anteil an den Verkehrstoten betrug knapp 55 Prozent, jener der Radfahrer 13,6 Prozent. So starben im vergangenen Jahr 24 Fußgänger, 2009 hatte Berlin mit 19 getöteten Fußgängern noch den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung verzeichnen können. Die Hälfte der Unfälle wurde durch Fußgänger selbst verursacht.

2010 kamen auch drei Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben (2009 waren es 0). Insgesamt hat die Unfallzahl mit Beteiligung von Minderjährigen jedoch deutlich abgenommen. im vergangenen Jahr waren es 916 Verkehrsunfälle, dabei verunglückten 720 Kinder, 134 wurden schwer verletzt.

Die meisten Verletzten gab es nach Polizeiangaben an der Kreuzung Bornholmerstraße/Schönhauser Allee/Wisbyer Straße in Prenzlauer Berg, dem Großen Stern in Tiergarten und der Kreuzung Hasenheide/Hermannstraße/Karl-Marx-Straße in Neukölln.

Als Unfallursachen wurden vor allem Fehler beim Abbiegen, das Missachten der Vorfahrt und unangemessene Geschwindigkeit genannt. Als Erfolg wertete Glietsch den Rückgang der Unfälle mit Ursache Alkohol um knapp elf Prozent. Deutlich häufiger als im Vorjahr waren Straßenbahnen an Unfällen beteiligt, insgesamt in 330 Fällen (plus 9,3 Prozent).

Die Polizei will künftig mit einer digitalen Aufnahme von Unfällen viel Zeit sparen. Bisher mussten die Beamten die Unfallorte aufwendig vermessen und dann per Hand Skizzen erstellen. In Zukunft würden nur noch Fotos gemacht und später am Computer in vorhandene Skizzen eingefügt, sagte Glietsch.

Ein Erfolg aus Sicht der Polizei ist der verdeckt angebrachte Blitzer im Autobahntunnel Britz. Seit er im Mai 2010 in Betrieb genommen wurde, erwischte die Polizei dort mehr als 110.000 Autofahrer, die zu schnell fuhren. Das ist fast jedes siebte in Berlin für zu schnelles Fahren ausgestellte Knöllchen. Weitere sogenannte Schwarzblitzer seien aber augenblicklich nicht geplant, sagte Glietsch.