Bauarbeiten

Ringbahn am Wochenende im Osten außer Betrieb

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Zwischen den Bahnhöfen Ostkreuz und Greifswalder Straße fahren ab Freitagabend 22 Uhr keine Züge mehr. Grund sind Bauarbeiten. Und das wird sich an weiteren 26 Wochenende in diesem jahr wiederholen.

Es wird eng für die Nutzer der Berliner S-Bahn. Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. An diesem Wochenende müssen Zehntausende Fahrgäste der Ringbahn auf Ersatzbusse umsteigen, die zudem deutlich länger unterwegs sind als die Bahnen. Zwischen den Bahnhöfen Ostkreuz und Greifswalder Straße fahren von Freitagabend an, 22 Uhr, keine Züge mehr. Bis Betriebsbeginn am Montag wird die Strecke gesperrt. Grund sind Signalarbeiten.

Und die Einschränkungen am Wochenende bleiben nicht die einzigen: Bis Herbst 2011 wird der nordöstliche Ring an insgesamt 26 Wochenenden gesperrt. Auf wechselnden Abschnitten zwischen Ostkreuz und Schönhauser Allee werden Busse statt Bahnen eingesetzt. Im Frühjahr 2012 soll das neue elektronische Stellwerk Frankfurter Allee die Steuerung des Betriebs auf dem Ring übernehmen. Die moderne Technik sei wartungsärmer und weniger störanfällig, heißt es von der Deutschen Bahn.

Doch bis das 21. Jahrhundert Einzug halten kann, müssen zunächst die alten Steuerungssysteme ausgetauscht werden. Ostern 2012 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zum Betriebsstart trifft es die Fahrgäste aber noch einmal besonders hart. Für zehn Tage können auf dem nordöstlichen Ring dann keine Züge mehr fahren. Die lange Vollsperrung sei nötig, weil zeitgleich auch der neue Ringbahnsteig am Bahnhof Ostkreuz angeschlossen wird.

Kummer sind die Fahrgäste der S-Bahn gewohnt. Durchschnittlich 15 Minuten länger als im Fahrplan vorgesehen waren S-Bahn-Nutzer laut einer Studie der Universität Potsdam in den vergangenen vier Wochen in Berlin und Brandenburg unterwegs. Dies habe die Auswertung von Daten der Internetseite „zugausfall.de“ ergeben, die eine Gruppe Potsdamer Studenten freigeschaltet hat, sagte der Betreuer des Projekts, Wirtschaftsinformatik-Professor Norbert Gronau, am Donnerstag.

Insgesamt wurde die Seite mehr als 87.000 Mal aufgerufen. Etwa 1500 Meldungen zu Zugverspätungen und -ausfällen seien eingegangen. Besonders betroffen waren den Angaben zufolge die Linien S1, S7 und die Ringbahn. Als „besonders alarmierend“ bezeichnete Gronau, dass die aktuelle Winterkrise offenbar Fahrgäste vergraule.

Selbst in den Stoßzeiten des Berufsverkehrs sei fast die Hälfte der Züge noch mit freien Sitzplätzen unterwegs gewesen. Die Projektgruppe schätzt, dass der S-Bahn etwa 40 Prozent der Fahrgäste verloren gegangen sind. Nach der nun abgeschlossenen Pilotphase ist eine Kooperation von „zugausfall.de“ mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) geplant. Die Seite soll mit dem VBB-Routenplaner verlinkt werden.

( fal )