Nach Berlin-Trip

Kinderschänder wird nun in Aachen observiert

Der entlassene und weiter als hochgefährlich geltende Sextäter Karl D. hat die Berliner Polizei in der vergangenen Woche in Atem gehalten. Nun ist er in Aachen. Es wird nach einer dauerhaften Bleibe für ihn gesucht.

Der entlassene Sexualstraftäter Karl. D. aus Heinsberg hält sich nach seinem Berlin-Ausflug in der vorigen Woche in der Region Aachen auf. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Sonntag. Der genaue Ort wurde aber nicht bekannt. Es werde darüber beraten, wo der Ex-Häftling, der zuletzt bei seinem Bruder in Heinsberg gelebt hatte, nun eine dauerhafte Bleibe finden könne. Der Mann kann sich nach Verbüßung seiner Haftstrafe frei bewegen. Er wird jedoch weiterhin observiert, da ihn Gutachter als noch immer gefährlich eingestuft haben. Er hat eine fast 20-jährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung von drei Schülerinnen abgesessen.

Der Mann hatte mit seinem Trip nach Berlin am vergangenen Mittwoch für Aufregung gesorgt, weil er sich dort ausgerechnet in ein Jugendhotel einmieten wollte. Polizeibeamte setzten ihn in Berlin in einen Zug und schickten ihn zurück nach Nordrhein-Westfalen. Ob es sich lediglich um einen Ausflug handelte oder den Versuch, den Mann nach Berlin umziehen zu lassen, kommentierte der Aachener Polizeisprecher nicht.

Der Ex-Häftling hat immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Bereits im Herbst war eine Umsiedlung nach Mönchengladbach gescheitert, weil das Vorhaben bekannt geworden war.

Auch in Heinsberg-Randerath, wo der Mann seit seiner Haftentlassung vor rund zwei Jahren bei der Familie seines Bruder lebte, hatte es heftige Proteste gegen seinen Aufenthalt gegeben - obwohl der Landrat des Kreises Heinsberg als Chef der örtlichen Polizeibehörde eine Rundum-Überwachung angeordnet hatte.

Gegen diese Observation wehrte sich die Familie des Bruders zwischenzeitlich. Die Klage wurde jedoch vom Aachener Verwaltungsgericht abgewiesen, da Gutachter den Mann nach seiner Haftverbüßung als weiterhin gefährlich eingestuft hatten.

Auch in Aachen werde der Mann in derselben Intensität wie in Heinsberg 24 Stunden lang von der Polizei beobachtet, sagte ein Polizeisprecher. Er darf sich allerdings frei bewegen.