Parteiaustritt

Politiker Stadtkewitz verlässt auch Berliner CDU

Nach 14 Jahren verlässt der Christdemokrat René Stadtkewitz seine Partei. Der 44-Jährige aus Pankow hatte zunächst seinen Austritt aus der Abgeordnetenhausfraktion erklärt, nun kehrt er auch der CDU den Rücken. Der Schritt sei "unwiderruflich", heißt es.

Foto: CDU

Der Berliner CDU-Politiker René Stadtkewitz ist aus seiner Partei ausgetreten. Er habe seinen Schritt vor allem mit der Tolerierung der Islam-Politik der Parteifreundin Barbara John durch die CDU begründet, sagte Fraktionssprecher Michael Tiedemann am Sonntag.

Der Politiker, der eine stärkere Abgrenzung zu fundamentalen Kräften im Islam fordere, fühle sich von seiner Partei nicht ausreichend unterstützt. Stadtkewitz hatte laut Tiedemann am Freitagabend eine E-Mail an mehrere Abgeordnete geschickt, in der er seinen Rücktritt als „konsequent und unwiderruflich“ bezeichnete. Zu seinem Mandat habe er jedoch keine Angaben gemacht. So ist unklar, ob er als partei- und fraktionsloser Abgeordneter im Parlament bleibt.

Fraktions- und Landesvorsitzende der CDU Berlin, Frank Henkel, wollte sich am Sonntag noch nicht zum Rücktritt äußern. An diesem Montag solle über den Fall beraten werden, sagte er.

Stadtkewitz, von Beruf Kaufmann, trat 1995 in die CDU ein, er ist stellvertretender Ortsvorsitzender von Pankow-Süd. Zunächst gehörte er von 1999 bis 2001 der Bezirksverordnetenversammlung Pankow an, seit November 2001 ist er Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.

Der 44-Jährige hatte sich in der Vergangenheit gegen den Bau der Moschee in Heinersdorf ausgesprochen. Im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um das Projekt hatte Stadtkewitz im Jahr 2006 mehrere Drohbriefe erhalten. Außerdem war ein Brandsatz in sein Haus geworfen worden.