Internationale Luftfahrtschau

Investor für Ila im Jahr 2012 gesucht

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Katrin Schoelkopf

Eines ist sicher, die übernächste Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung wird am Großflughafen BBI stattfinden. Doch am geplanten neuen Standort Selchow müssen bis zu 100 Millionen Euro in die Messe-Infrastruktur gesteckt werden. Ein finanzkräftiger Geldgeber ist aber nicht in Sicht.

Bereits im Dezember 2008 hatte die Entscheidung fallen sollen, wie und wo die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ab 2012 – wenn der neue Flughafen BBI in Betrieb ist – stattfinden soll. Doch noch ist die Rahmenvereinbarung der Länder Berlin und Brandenburg, der Messe Berlin, des Flughafens und Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) nicht unterzeichnet.

Einigkeit herrscht zwar über das Wo, doch ein Investor, der bis zu 100 Millionen Euro in die Messe-Infrastruktur am geplanten neuen Standort Selchow investieren muss, ist noch nicht gefunden. „Selchow, westlich des BBI, ist als idealer Standort für die ILA ab 2012 zu präferieren. Offen sind allerdings Finanzierung und mögliche Investorenmodelle“, heißt es vonseiten des BDLI, der mit der Messe Berlin GmbH die ILA veranstaltet. Schwierigkeiten bei der Investorensuche dürfte nicht nur die Finanzkrise bereiten, sondern auch, dass der Flughafen aus Kapazitätsgründen Flugvorführungen zunächst erst einmal nur bis 2020 garantieren kann.

Auch soll der neue Messestandort aus Berliner Sicht nicht zur Konkurrenz für den Standort der Messe Berlin werden. Doch mit der nur alle zwei Jahre stattfindenden ILA allein rentieren sich Investitionen in einen festen Messestandort in Selchow nicht – auch wenn das Land Brandenburg wie beabsichtigt Investitionen zu 50 Prozent aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur fördern könnte. Gesucht wird nun eine Form der Mischnutzung, die die ILA ermöglicht, aber auch die Ansiedlung von Logistik und flughafenspezifischen Firmen zulässt.

Angesichts des Zeitdrucks wird die ILA 2012 nach Informationen von Morgenpost Online voraussichtlich noch nicht in festen Messehallen, sondern wie bislang in temporären Bauten stattfinden. Beim Brandenburger Wirtschaftsministerium gibt man sich bedeckt. Dem Land Brandenburg sei daran gelegen die Messe langfristig zu halten, sagt Ministeriumssprecher Alexander Gallrein lediglich. Vertrauliche Gespräche dazu würden geführt. Zu Fördermöglichkeiten und Investorensuche äußere man sich nicht.

Die ILA 2010 wird noch einmal am bisherigen Standort im Süden des jetzigen Flughafens Schönefeld stattfinden – allerdings etwas nach Osten verrückt. „Für 2010 sind die ausgearbeiteten Details konkret, der Entwurf der Rahmenvereinbarung wird jetzt geprüft und steht dann zeitnah zur Unterzeichnung an“, sagt BDLI-Sprecher Christopher Bach.

Die ILA war, gemessen an den Besucherzahlen, die zweitgrößte Messe, die 2008 von der Messe Berlin veranstaltet wurde. Mit 241.000 Besuchern im vergangenen Jahr rangiert sie hinter der Grünen Woche (425.000 Besucher) und vor der Internationalen Funkausstellung (215.000 Besucher).

Insgesamt eine Milliarde Euro an Kaufkraft floss nach Angaben von Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) auf Anfrage der FDP durch Messen und Kongresse 2008 in die Region. Davon wurden nach Berechnungen des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle 160 Millionen Euro durch die ILA in die Hauptstadtregion gespült.

Von der Modemesse Bread & Butter, die ab Juli künftig zweimal im Jahr auf dem Flughafen Tempelhof stattfindet, erwartet Wolf pro Messeauftritt einen Regionaleffekt von 20 Millionen Euro. Die Besucherzahlen der Messe in Berlin lagen je Auftritt im Zeitraum 2003 bis 2005 zwischen 15.000 bis 42.000.