Fahndungserfolg

Festnahme nach Brandanschlägen auf Moscheen

Die Berliner Polizei hat im Zusammenhang mit Brandanschlägen auf Berliner Moscheen einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 30-Jährige soll gleich für mehrere Anschläge verantwortlich sein.

Die Berliner Polizei hat am Freitagabend den mutmaßlichen Brandstifter festgenommen, der an mehreren Berliner Moscheen Feuer gelegt haben soll. Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 30 Jahre alten Deutschen, der nach Informationen von Morgenpost Online bislang nicht auffällig geworden und auch nicht der rechten Szene zuzuordnen sein soll. Spezialkräfte der Polizei stellten Manuel K. in Neukölln. Er soll mehrere Taten bereits eingeräumt haben. Am Sonnabend soll K. ein bereits vor seiner Festnahme erlassener Haftbefehl von einem Ermittlungsrichter verkündet werden.

Zuletzt hatte es in der Nacht zum 8. Januar an der Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Wilmersdorf gebrannt. Insgesamt zählte die Polizei seit Juni 2010 sieben Brandanschläge auf Moscheen, darunter in Neukölln und in Tempelhof. In mehreren Fällen waren am Tatort Nachrichten hinterlassen worden. Nach Angaben der Polizei kommt der jetzt verhaftete Mann für mindestens vier Brandanschläge in Betracht. Ob er etwas mit den übrigen Taten zu tun habe, werde derzeit untersucht, hieß es Freitagabend.

Anfangs lagen dem polizeilichen Staatsschutz kaum Spuren vor. Doch in den vergangenen Tagen wurden seine Ermittlungen konkret. Am letzten Tatort, an der Brienner Straße in Wilmersdorf, war die zerrissene Kopie einer Titelseite der Tageszeitung „BZ“ aus dem Jahr 2007 platziert worden. Ermittlungen ergaben, dass die Kopie im Dezember des vergangenen Jahres auf einem Gerät eben dieser Zeitung ausgedruckt worden war: Jedes Fotokopiergerät hinterlässt eine unsichtbare Spur auf den Ausdrucken, die nur von Kriminalisten ausgewertet werden kann. BZ-Chefredakteur Peter Huth: „Der Tatverdächtige hatte Mitte Dezember die ,BZ' kontaktiert und unter Vortäuschung falscher Tatsachen um die Kopie eines Zeitungsartikels gebeten. Diesem Wunsch ist eine Mitarbeiterin nachgekommen – für sie war das eine ganz normale Serviceleistung, wie sie im Redaktionsalltag täglich vorkommt. Klugerweise hatte sie sich den Namen und die Adresse gemerkt und konnte sie am Freitagnachmittag den Polizeibeamten mitteilen.“

Die Spur führte zu dem 30 Jahre alten Manuel K., dessen Wohnung unweit eines Baumarktes liegt. Dort soll er nach den Ermittlungen der Polizei eine Sackkarre gekauft haben, die der bis zu diesem Zeitpunkt unbekannte Täter bei einem seiner Anschläge benutzt hatte. Die Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin einen Haftbefehl, der am Freitag von einem Ermittlungsrichter unterschrieben wurde.

Observationseinheiten des Mobilen Einsatzkommandos, „Aufklärung, Operative Dienste“, wurden auf die Spur des Verdächtigen angesetzt, Elite-Polizisten des Spezialeinsatzkommandos standen für den Zugriff bereit und wurden in die Nähe der Wohnung des mutmaßlichen Täters zur Pintschallee in Neukölln dirigiert. Zunächst vermuteten die Ermittler, dass Manuel K. sich abgesetzt haben könnte, weil sein Briefkasten überfüllt war. Wenig später aber wurde der Verdächtige am U-Bahnhof Blaschkoallee gesichtet und in einem günstigen Moment überwältigt. Der Mann leistete keinen Widerstand. In einer ersten Vernehmung noch vor Ort soll er nach Informationen von Morgenpost Online die Taten eingeräumt haben.

Manuel K. soll in der Vergangenheit weder wegen rechtsradikaler Taten noch aus anderen Gründen polizeiauffällig geworden sein. Ein Ergebnis der Auswertung des Beweismaterials wird in den kommenden Tagen erwartet.