Berliner Landgericht

Dreifachtötung - Täter kann nicht bestraft werden

Ein 26-Jähriger, der in Berlin drei Männer getötet hat, kommt in die Psychiatrie. Eine Bestrafung sei nicht möglich, da der Mann schuldunfähig sei, sagte der Richter. Die Tat hätte aber verhindert werden können – denn es war nicht der erste Gewaltausbruch des Mannes.

Nach der Tötung von drei Männern hat das Landgericht Berlin am Montag für einen 26-Jährigen die dauerhafte Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie angeordnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der psychisch kranke Mann im Zustand der Schuldunfähigkeit im Juni und Juli vergangenen Jahres in Neukölln drei Männer im Alter von 35 bis 61 Jahren nach einem Trinkgelage tötete. Er hatte ihnen entweder mit einer Schere oder einer Bierflasche tödliche Stichwunden zugefügt.

Einem Gutachter zufolge leidet der 26-Jährige seit spätestens 2009 unter Verfolgungswahn. Die einzige Erklärung für die von „Brutalität und Grausamkeit“ geprägten Taten sei, dass der Beschuldigte krank sei, äußerte der Richter. Deshalb könne er auch nicht bestraft werden. In einem Krankenhaus müsse der Mann nun lernen, mit seiner Aggression umzugehen. Für das Gericht stand fest, dass die drei Männer noch leben würden, wenn der Beschuldigte schon früher verhaftet worden wäre.

Denn im Verfahren ging es um weitere gewalttätige Übergriffe, die sich zuvor eignet hatten. Dabei hatte der Mann ebenfalls unter Alkoholeinfluss seinen Vater geschlagen, zwei Passanten attackiert sowie einem weiteren Mann eine Bierflasche über den Kopf geschlagen. Die Opfer erlitten Platzwunden oder Kieferbrüche.

Im Prozess hatte der 26-Jährige über seinen Anwalt angegeben, sich in „großen Teilen“ nicht an die Taten zu erinnern. Den Angaben zufolge leidet der bei Pflegeeltern aufgewachsene Mann seit Jahren unter Halluzinationen, fühlt sich beobachtet und verfolgt und hört Stimmen.