Razzia bei Rockern

Vier Täter an Berliner Juwelenraub beteiligt

Die Juwelen-Räuber von der Müllerstraße stammen aus der Berliner Rockerszene. Die Polizei ermittelt in den Kreisen der Hells Angels. Entgegen der ersten Erkenntnisse waren nicht drei, sondern vier Täter am Überfall beteiligt.

Bei der Aufklärung des Raubüberfalls auf ein Juweliergeschäft in Wedding erweitert die Polizei ihre Fahndung. Denn entgegen den bisherigen Erkenntnissen waren an dem Überfall nicht drei, sondern vier Männer beteiligt. Die Polizei konnte erst zwei von ihnen fassen; einen der beiden nach einem Schuss ins Bein. Zwei andere befinden sich noch in Freiheit.

Jetzt ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei auch im Rockermilieu. Der Grund: Die festgenommenen polizeibekannten Räuber Marcel K. und Abou K. gehören den Hells Angels an. So soll der 24 Jahre alte Marcel K. Mitglied des erst kurze Zeit bestehenden Chapter Berlin City sein. Der 21 Jahre alter Komplize Abou K. ist bei den Red Devils Mid-City Mitglied. Noch am Donnerstagabend haben daher Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) die Vereinsräume der Hells Angels an der Residenzstraße durchsucht. Nach Informationen von Morgenpost Online ist dabei auch Diebesgut sichergestellt worden. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um Gegenstände aus dem aktuellen Überfall. Von dieser Beute fehlt noch jede Spur.

Die maskierten Räuber hatten am Donnerstag das Juweliergeschäft Goldhaus Nord an der Müllerstraße überfallen. Gegen 10.30 Uhr waren die Täter in das Geschäft eingedrungen und hatten mit einem Hammer die Scheiben der Auslagevitrinen zerschlagen. Anschließend flüchteten sie mit einem Mercedes M-Klasse. Polizeibeamte entdeckten den Fluchtwagen jedoch wenig später an der Swinemünder Brücke. Zeugen nannten die Richtung, in die die Insassen zu Fuß geflüchtet waren. Nach kurzer Verfolgung konnte einer der Männer nahe den Bahngleisen zwischen Gesundbrunnen und Schönhauser Allee überwältigt werden, nachdem er durch einen Schuss in ein Bein fluchtunfähig geworden war. Zuvor hatte ein Polizist vergeblich versucht, ihn durch Warnrufe zum Stehen zu bringen. Kurze Zeit später wurde auch einer der Komplizen gefasst. Er hatte versucht, sich in einem Gebüsch zu verstecken.