Randale

Flaschen und Steine beschädigen Polizeiautos

Mehrere Polizeiwagen sind in der Nacht zu Sonntag in Kreuzberg mit Flaschen und Steinen beworfen worden. Zwei Personen wurden festgenommen, andere entkamen unerkannt. Ob es einen Zusammenhang zu der geplanten Räumung der Wagenburg „Schwarzer Kanal" gibt, wird zurzeit untersucht. Dagegen hatten am Sonnabendnachmittag 600 Menschen friedlich protestiert.

Mehrere Fahrzeuge der Berliner Polizei wurden in der vergangenen Nacht durch Flaschen- und Steinwürfe in Kreuzberg leicht beschädigt. Polizisten wurden dabei nicht verletzt. Zunächst wurden nach Angaben der Polizei gegen 1 Uhr an der Kreuzung Skalitzer Ecke Schlesische Straße aus einer Ansammlung von rund 50 Personen Glasflaschen auf einen vorbeifahrenden Gruppenwagen geworfen.

Die Beamten beobachteten zwei Männer, die sich an den Würfen beteiligten. Kurz darauf konnten die beiden 16- und 20-Jährigen festgenommen werden. Sie wurden erkennungsdienstlich behandelt und anschließend dem Polizeilichen Staatsschutz überstellt, der die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Etwa eine halbe Stunde später warfen Unbekannte Glasflaschen und Steine gegen zwei Gruppenwagen und einen zivilen "VW-Bus", die durch die Köpenicker Straße fuhren. An den Fahrzeugen entstand leichter Sachschaden in Form von Dellen und Lackbeschädigungen. Die Würfe kamen aus einer rund 30-köpfigen Personengruppe, die auf dem Gehweg stand.

Als wenige Minuten später ein Funkwagen eines Polizeiabschnitts durch die Straße fuhr, wurde auch er durch eine Flasche leicht beschädigt. Die Randalierer entkamen unerkannt. Auch in diesem Fall hat der Polizeiliche Staatsschutz Ermittlungen wegen besonders schweren Landfriedensbruchs eingeleitet.

Am Sonnabendnachmittag hatten rund 600 Menschen in Kreuzberg gegen die angekündigte Räumung der Wagenburg „Schwarzer Kanal“ im Bezirk Mitte demonstriert. Die Unterstützer des Bauwagenplatzes an der Köpenicker Straße Ecke Michaelkirchbrücke waren ab 13 Uhr von der Warschauer Brücke aus über die Skalitzer Straße bis zur Adalbertstraße. Sie forderten den Erhalt des Geländes beziehungsweise eine Ersatzfläche in der Innenstadt. Nach Polizeiangaben verlief der Umzug ohne Zwischenfälle. Ob die Flaschenwürfe in Zusammenhang mit der angekündigten Räumung der Wagenburg stehen, ist Gegenstand der Ermittlung, sei aber im Moment noch nicht ersichtlich.

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