Vier Verletzte

Polizei sucht nach flüchtigem Unfallfahrer

Vier Fußgänger wurden bei einem Verkehrsunfall an einer Ampel in Berlin-Kreuzberg verletzt. Der Autofahrer und seine Begleiter flüchteten nach dem Vorfall zu Fuß. Die Polizei ermittelt nun ihre Identität.

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Kreuzberg sind am Freitagabend vier Menschen verletzt worden – zwei von ihnen schwer. Infolge eines Zusammenstoßes war ein BMW auf den Gehweg geschleudert worden und erfasste die Passanten. Doch anstatt sich um die Verletzten zu kümmern und Erste Hilfe zu leisten, flüchteten die Insassen aus dem Wagen in unbekannte Richtung. Noch fahndet die Polizei nicht nach dem Unfallfahrer. Die Beamten gehen bislang davon aus, dass sie die Fahrzeuginsassen über den Halter des BMW ermitteln können.

An der Kreuzung Skalitzer Straße Ecke Oranienstraße kam es nach Polizeiangaben am Freitag gegen 22.45 Uhr zu dem folgenschweren Unfall. Ein 25 Jahre alter Fahrer eines Mercedes fuhr die Skalitzer Straße in östlicher Richtung entlang und wollte rechts in die Manteuffelstraße abbiegen. Allerdings verpasste er, in die Straße einzubiegen, wendete seinen Wagen und geriet dabei in den Gegenverkehr, sagt ein Sprecher der Polizei. In diesem Moment kam aber ein BMW aus der Wiener Straße. Nach Angaben von Augenzeugen war der Fahrer viel zu schnell, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit dem Mercedes zusammen. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der BMW auf einen Gehweg, wo eine Gruppe Fußgänger gerade an einer Ampel stand. Der Wagen erfasste einige der Wartenden und kam an dem Ampelmast zum Stehen. Zwei Frauen und zwei Männer wurden durch den Zusammenstoß verletzt.

Nach Angaben von Zeugen sprangen nach dem Unfall zwei oder drei Insassen aus dem BMW und rannten davon, anstatt sich um die Verletzten zu kümmern.

Die Berliner Feuerwehr rückte unter anderem mit vier Rettungswagen und einem Notarzt an. Eine 25 Jahre alte Frau erlitt einen Bruch des Jochbeins und wurde nach der Erstversorgung mit einem Rettungswagen zur stationären Behandlung in die Charité Campus Virchow-Klinikum nach Wedding gebracht. Ein 31 Jahre alter Mann wurde ebenfalls schwer verletzt. Mit einem Oberschenkelbruch wurde er in Begleitung des Notarztes ins Vivantes Klinikum im Friedrichshain gefahren. Eine ebenfalls 25-jährige Frau und ein 48 Jahre alter Mann erlitten nur leichte Prellungen, die von den Rettungskräften vor Ort versorgt wurden. Beide lehnten eine Krankenhausbehandlung ab. Möglicherweise ist durch den Mast, der die Wucht des Wagens erheblich bremste, Schlimmeres verhindert worden, so ein Beamter. Die Polizei ermittelt nun die Identität der Fahrzeuginsassen. Wird der Unfallfahrer ausfindig gemacht, droht ihm im Fall einer Verurteilung wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

In Berlin versucht im Durchschnitt jeder fünfte Unfallfahrer, sich den drohenden Konsequenzen durch eine Flucht zu entziehen. Im vergangenen Jahr registrierte die Berliner Polizei 26.700 Fälle von Fahrerflucht bei insgesamt 125.000 Unfällen.

Bereits Anfang September war ein Fall einer schweren Fahrerflucht in Marzahn in die Schlagzeilen geraten. Bei einem durch einen unbekannten Mann verursachten Verkehrsunfall war ein zehnjähriger Junge schwer verletzt worden. Das Kind war mit einem Freund auf dem Fahrrad an der Köthener Straße unterwegs. Beide Kinder benutzten den Fahrradweg. An der Kreuzung Dessauer Straße wurde der Zehnjährige von einem dunkelblauen Pkw erfasst und schwer verletzt. Er erlitt schwere, aber glücklicherweise keine lebensgefährlichen Kopfverletzungen sowie Schürfwunden am Körper. Sein Begleiter blieb unverletzt. Der Autofahrer flüchtete.