Gratis-Konzert

Berlin erlebt Robbie Williams in Bestform

Es war kalt, der Himmel war grau, doch die Gesichter glühten nach kurzer Zeit: Robbie Williams trat in Berlin auf, Tausende strömten zu seinem Gratiskonzert. Manch einer fuhr mitten in der Nacht los oder stand zehn Stunden in der ersten Reihe, bis der Superstar endlich kam - und große Unterhaltung bot.

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Er kam, sah und sang: Robbie Williams gab ein Gratiskonzert in Berlin vor der Max-Schmeling-Halle. 10.000 Fans jubelten ihm zu, als er seinen neuen Titel "Bodies" vorstellte. Besonders seine weiblichen Anhägerinnen waren hin und weg.

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Fast pünktlich um 16.02 Uhr war es soweit: Vor rund zehntausend Fans trat der Comeback-Star des Jahres, Robbie Williams, auf die Bühne vor der Max-Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg. Seinen langen blauen Mantel hatte er zum Schutz gegen das ungemütliche Wetter bis oben hin zugeknöpft. Mit dem aktuellen Hit „Bodies“ von seinem neuen Album „Reality Killed the Video Star“ (erscheint am 6. November) eröffnete der Frauenschwarm sein Überraschungs-Konzert. Ein bisschen schief klang es, aber die Fans kreischten und jubelten dennoch.

Erst am Mittwoch war bekannt geworden, dass der britische Entertainer ein Gratis-Konzert in Berlin geben würde. Fünf Songs aus seinem neuen Album wollte er präsentieren.

Letzten Endes wurden es sieben, darunter auch seine größten Hits. Während die neuen Songs den Fans noch völlig unbekannt waren, sorgte er mit „Feel“ und „Come undone“ für erhitzte Gemüter – und das bei nasskalten acht Grad.

In bester Laune scherzte Williams zwischen den einzelnen Songs mit dem Publikum und philosophierte über das Älterwerden: „Das letzte Mal in Berlin hatte ich noch keine grauen Haare“, sagte der mittlerweile 35-Jährige. Dafür wirkte er deutlich euphorischer als im Sommer 2006 bei seinem letzten Konzert in der Hauptstadt. Die dreijährige Schaffenspause scheint dem Sänger gut getan zu haben.

Und als er endlich den Schmuse-Song „Angel“ anstimmte, flippten die Fans aus. Laute Chöre sangen den Refrain des wohl bekanntesten Hits des Briten mit.

Nach 40 Minuten war der Spaß vorbei. Mit einem „Ich liebe euch!“ verabschiedete sich der Sänger, der mit 55 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten der Gegenwart zählt, vom Berliner Publikum.

Für die deutschen Fans war die Nachricht von dem Überraschungskonzert die Nachricht des Monats. Drei Jahre lang mussten sie auf das Comeback des ehemaligen Mitglieds der Boygroup „Take That“ warten. Am vergangenen Dienstag war es in London so weit. Das Konzert wurde per Radio auch nach Berlin übertragen - und war im Kino sogar im Bild zu sehen. Und nur drei Tage später konnten sie ihn hautnah und gratis in der deutschen Hauptstadt sehen und hören, wenn auch nur für 40 Minuten. Eine lange Anfahrt und eine schlaflose Nacht nimmt ein echter Fan dafür in Kauf. So wie Daniela Rüders, 25, aus Bad Segeberg. Sie hatte es in die erste Reihe geschafft. Der Platz hatte allerdings seinen Preis: Sie musste dort insgesamt zehn Stunden auf den Konzertbeginn warten.

Seit halb sechs Uhr morgens hatte sie vor der Max-Schmeling-Halle ausgeharrt. „Ich habe von dem Überraschungskonzert gestern im Radio gehört und mich daraufhin um halb zehn Uhr abends ins Auto gesetzt, um dabei zu sein“, sagt sie. Die Müdigkeit ist ihr anzusehen. Morgens um kurz nach zwei Uhr war sie in Prenzlauer Berg angekommen. Eine halbe Stunde Schlaf, mehr ließ die Aufregung nicht zu. „Ich war schon zweimal auf einem Robbie-Williams-Konzert und es war immer großartig!“

Mareike Peters, 22, aus Neukölln ist direkt von der Arbeit zur Max-Schmeling-Halle gefahren. „Ich arbeite in einer Hotelbar und hatte Nachtdienst bis drei Uhr morgens. Um halb vier war ich dann hier und habe noch eineinhalb Stunden im Auto geschlafen. Seit sechs Uhr stehe ich an.“ Fast 700 Kilometer legte Familie Pölger aus Mülheim an der Mosel zurück. Sabine Pölger, 44, Arzthelferin, und die beiden Töchter Sandra, 11, und Eva, 13, hatten eine kurze Nacht hinter sich. Um vier Uhr morgens war Abfahrt, um kurz vor elf Uhr war die Familie dann in Berlin an der Max-Schmeling-Halle. „Es ist das erste Konzert von Robbie Williams für uns. Zum Glück sind gerade Herbstferien, sonst wäre die Fahrt nicht möglich gewesen. “Auch Jürgen Hiemer, 41, aus Kempten im Allgäu musste mit, er war gerade zu Besuch bei der Familie. Nach dem Konzert ging es dann direkt wieder zurück an die Mosel.

Richtiges Glück hatten Luis und Miriam Gutierrez aus Mexiko-Stadt. Am letzten Tag ihrer Europareise waren sie in Berlin. „Eigentlich wollten wir heute ins Museum. Als wir von dem Konzert hörten, haben wir natürlich unseren Plan geändert. Wir sind große Robbie-Fans, haben ihn schon live in Mexiko-Stadt gesehen.“ Das erwartete Verkehrschaos rund um den Falkplatz blieb aus. Die insgesamt 80 Beamten hatten die Massen unter Kontrolle.

Robbie Williams hat es in Berlin bewiesen: Auch nach drei Jahren Pause sind ihm seine Fans treu geblieben. Der gut gelaunte Engländer dankte es ihnen mit der besten Unterhaltung seit langem.

Morgenpost Online live bei Robbie Williams

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