Unfallreaktion

BVG will bei Trams nicht alle Achsen wechseln

Nach dem Achsbruch an einer Tatra-Straßenbahn will die BVG nicht an allen derartigen Tram-Bahnen die Achsen austauschen lassen. Vor rund einem Jahr hatten die Verkehrsbetriebe in Potsdam nach einem ähnlichen Vorfall noch anders reagiert.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen bei ihren Tatra-Straßenbahnen nicht vorsorglich alle Achsen austauschen. Am Montag war bei einer Straßenbahn des Tatra-Typs KT4Dt am Hackeschen Markt in Mitte während der Fahrt eine Achse gebrochen und eine Radscheibe abgefallen. Glücklicherweise wurde bei dem Zwischenfall niemand verletzt. Tags darauf kündigte das Unternehmen zusätzliche Sicherheitschecks an. Zugleich sprach BVG-Vorstandschef Andreas Sturmowski davon, dass es sich bei dem Achsbruch „um einen Einzelfall und nicht um eine bauartbedingte Schadensserie handelt“.

Allerdings: Erst am 10. November vorigen Jahres hatte es bereits bei den Verkehrsbetrieben in Potsdam (ViP) einen fast identischen Vorfall gegeben. Bei einem 21 Jahre alten Tatra-Triebwagen war ebenso eine Achse während der Fahrt gebrochen. Die Potsdamer Verkehrsbetriebe ließen daraufhin vorsorglich bei allen Tatra-Bahnen die Achsen wechseln.

Einen generellen Achsen-Tausch hält die BVG nun jedoch nicht für erforderlich. Vielmehr sollen bei allen 237 noch im Einsatz befindlichen Tatra-Bahnen die Achsen und Lager außerplanmäßig untersucht werden und monatlich eine Sichtkontrolle erfolgen.