Wiederaufbau in Berlin

Koalition will sich zum Stadtschloss bekennen

Als "feste Größe" will die schwarz-gelbe Koalition das Berliner Stadtschloss in ihre künftige Kulturpolitik einplanen. Die Sorgen der Befürworter des Schloss-Wiederaufbaus ab 2010 dürften damit aber noch nicht ganz aus der Welt geschafft sein.

Die neue Koalition von Union und FDP auf Bundesebene will sich zum geplanten Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldtforum bekennen. Dafür liegt eine Empfehlung der zuständigen Arbeitsgruppe Kultur bei den Koalitionsverhandlungen vor. Danach bleibt das Stadtschloss eine "feste Größe" in der Kulturpolitik des Bundes. Zu Fragen der Finanzierung des rund 550 Millionen Euro teuren Projektes und der Bauzeit werden allerdings noch keine konkreten Angaben gemacht. Ob eine Verschiebung des Baubeginns damit vom Tisch ist, ist noch nicht klar.

Medienberichte hatten Mitte Oktober für Unruhe unter den Schlossbefürwortern gesorgt. Der Zeitplan des Schlossbaus sei in Gefahr, hieß es darin. Vertreter der Unions-Bundestagsfraktion hätten in den Koalitionsverhandlungen mit der FDP vorgeschlagen, die Realisierung des 552 Millionen Euro teuren Projekts um vier Jahre zu verschieben.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) appellierte bei der Eröffnung des Neuen Museums an die Bundesregierung, ihre "eigenen Entscheidungen nicht in Frage zu stellen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte darauf und versicherte, dass der Bund auch seine zukünftigen Verpflichtungen "ernst nehmen" werde. Auf die Beschlüsse des Bundestages sei Verlass, fügte sie hinzu.

Stadtschloss-Architekt Franco Stella sagte, er gehe von einem Baubeginn 2010 aus. Die Grünen befürworten hingegen Überlegungen für eine Verschiebung.

Der ursprüngliche Plan sieht vor, den Bau 2010 zu beginnen und bis 2013/2014 abzuschließen. Einen Teil der 40.000 Quadratmeter Nutzfläche soll neben der Humboldt-Universität und der Zentral- und Landesbibliothek die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den außereuropäischen Sammlungen nutzen. Das teilweise kriegszerstörte Stadtschloss war 1950 auf Anweisung der damaligen DDR-Machthaber gesprengt worden.

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