Festival of Lights

Feuerwerk im Tiergarten wäre fast abgesagt worden

Zur Eröffnung des Festivals of Light am Potsdamer Platz soll am Mittwochabend ein mehrminütiges Feuerwerksspektakel inszeniert werden. Doch beinahe wäre es dazu gar nicht gekommen.

Die Idee klang schön: zum Abschluss der Eröffnung des Festivals of Lights am Potsdamer Platz sollten Ehrengäste und Kamerateams hübsch zwischen Bahn-Tower und Ritz Carlton Hotel dem Feuerwerk zuschauen. Um in der Sichtachse zu bleiben, hätten die Raketen am Mittwochabend mitten im Tiergarten abgeschossen werden müssen.

Dies wollte das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Mitte nicht genehmigen. Die Feuerwerker versäumten es, mit dem Bezirk vernünftig zu verhandeln.

Am Dienstag drohte der Feuerzauber schon komplett auszufallen. Die Inszenierung aus angeleuchteten Hochhäusern, Musik und buntem Feuerzauber am Himmel stand in Frage.

In letzter Minute einigten sich Bezirksamt, Veranstalter, Feuerwerker, Feuerwehr und Polizei auf einen Ersatzstandort. Anstatt auf einer Wiese neben dem vor drei Jahren aus weißem Marmor restaurierten Denkmal für Mozart, Haydn und Beethoven das Feuerwerk abzubrennen, müssen die Raketen vom Werkhof des Grünflächenamtes starten. „Suboptimal“ sei das, sagte gestern Projektmanager Jan Ising. Der neue Startplatz liege nicht in der Sichtachse, sei 100 Meter weiter entfernt von den Zuschauertribünen, auch die geplanten Musikeinspielungen machten nun keinen Sinn mehr.

Aber Ising wollte sich nicht über das Straßen- und Grünflächenamt beklagen. Auch der eigene Feuerwerker habe sich nicht genug gekümmert, um auf einem noch nie als Abbrennplatz genutzten Ort mitten im Park arbeiten zu können, räumte der Festival-Vertreter am Dienstag ein.

Die Pyrotechniker der Firma Potsdamer Feuerwerk haben erst am 26. September ihren Antrag auf Sondernutzung der Wiese beim Bezirk eingereicht, von wo sie ihre Zylinder- und Kugelbomben bis zu 180 Meter hoch aufsteigen lassen wollten. Die Mitarbeiter machten sogleich ihre Skepsis deutlich. Nach einem Mail-Wechsel und einigen Telefonaten versandten sie am 11. Oktober die Ablehnung. Am Dienstag wurde einen Tag vor dem Ereignis in einer Hau-Ruck-Aktion in letzter Minute immerhin ein Teil des Spektakels gerettet.

Amtsleiter Harald Büttner sagte, die Feuerwerker hätten weder die Feuerwehr noch die Polizei gefragt, ob sie ihre Pläne am gewünschten Ort realisieren könnten. Sie hätten nicht dargelegt, wie sie in dunkler Nacht das Gelände bewachen wollten, wie sie anfahren und wie sie andere Sicherheitsauflagen einzuhalten gedacht hätten. Diskussionen über Ausweichstandorte, wo schon früher Feuerwerke abgebrannt worden sind, seien verweigert worden. Niemand habe erklärt, wie das strahlend weiße Denkmal vor den Qualmwolken geschützt werden sollte.

Für den Amtsleiter ist die Sache klar. Angesichts der Fülle von Anfragen für Veranstaltungen und auch Feuerwerke in und um den Tiergarten dürfe der Bezirk bei den Sicherheitsauflagen keine Zugeständnisse machen, auch wenn das Festival of Lights im Vergleich zur Silvesterfeier oder dem Einheitsfest eine „mittelgroße Nummer“ sei. Die Sicherheit müsse vorgehen. „Aber wir sind nicht die Spaßverderber“, sagte Harald Büttner und regte kurzfristig die Verlegung in den Hof der eigenen Dienstgebäude an der Bellevueallee im Tiergarten an. So wird es nun gemacht. „Wir haben es noch jedes Mal hingekriegt“, sagte Büttner.