Nach dem Achsbruch

Lagerschaden verursachte Panne an Straßenbahn

Die BVG hat die Ursache für den Achsbruch an einer Straßenbahn gefunden: Offenbar war der Achsbruch von einem defekten Lager ausgelöst worden. Nun werden sämtliche 237 Tatra-Bahnen in Berlin untersucht. Zu Ausfällen im Linienbetrieb soll es laut BVG aber nicht kommen.

Der Verlust eines Rades bei einer Straßenbahn des Herstellers Tatra am Montagnachmittag ist nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf einen Lagerschaden zurückzuführen. Das defekte Lager habe dazu geführt, dass die Achse gebrochen sei und sich mit dem Rad vom Fahrzeug gelöst habe. Der Vorfall hatte sich bei der Einfahrt der M4 in die Aufstellanlage Große Präsidentenstraße ereignet. Fahrgäste waren nicht betroffen.

Dieser Schaden habe dazu geführt, dass die Achse brach und sich ein Rad vom Fahrwerk löste, sagte BVG-Sprecher Klaus Watzlak. Nun werden 83 Achsen mit einer Laufleistung zwischen 270.000 und 500.000 Kilometern ergänzend per Ultraschall auf Risse überprüft. Auch die Lager kommen auf den Prüfstand. 165 Achsen, die seit ihrer letzten Überprüfung 200.000 bis 270.000 Kilometer hinter sich haben, erhalten eine intensive Überprüfung der Lager. Darüber hinaus werden künftig alle Achsen aller betriebenen 237 Tatra-Straßenbahnen monatlich mit Sichtkontrollen überprüft.

Nach Untersuchungen sei davon auszugehen, dass es sich „um einen Einzelfall, und nicht um eine bauartbedingte Schadensserie handelt“, sagte BVG-Vorstandsvorsitzender Andreas Sturmowski. Dennoch würden umgehend alle anderen Tatra-Fahrzeuge untersucht. Mehr als 1000 Fahrzeuge des Typs Tatra KT4D seien für Deutschland gebaut worden, aber ähnliche Vorfälle bislang nicht bekannt.


Noch in der Nacht waren den Angaben zufolge die Achsen sämtlicher 237 Tatra-Bahnen der BVG einer sofortigen Sichtprüfung unterzogen worden. Obwohl bei der Kontrolle keine weiteren Schäden festgestellt wurden, sind in Abstimmung mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) zusätzliche Inspektionen an den Fahrwerken festgelegt worden, wie es hieß.

So sollen Achsen mit bestimmten Laufleistungen einer außerordentlichen Inspektion mittels Ultraschallprüfung unterzogen werden. Alle 237 Tatra-Fahrzeuge werden zudem monatlich zusätzlich überprüft. Diese Fahrzeuge bleiben der BVG zufolge im Linienverkehr und fahren planmäßig, so dass es nicht zu Ausfällen kommt.

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